Klarna Aktie: Google-Urteil verzögert

Das Stockholmer Gericht hat die Entscheidung im Kartellstreit zwischen Klarnas Tochter PriceRunner und Google vertagt. Die Aktie notiert auf einem 12-Monats-Tief.

Klarna Aktie
Kurz & knapp:
  • Urteilsverkündung auf den 10. Juni 2026 verlegt
  • PriceRunner fordert 8,3 Milliarden Dollar Schadensersatz
  • Klarna-Aktie verliert 71 Prozent im Jahresvergleich
  • Ausgang des Verfahrens bleibt völlig ungewiss

Das Stockholmer Gericht hat die Entscheidung im Milliardenstreit zwischen Klarnas Tochter PriceRunner und Google verschoben — und die Aktie kämpft ohnehin schon mit dem Rücken zur Wand.

Urteil erst am 10. Juni

Das Patent- und Marktgericht Stockholm hat den ursprünglich für den 15. April geplanten Urteilstermin auf den 10. Juni 2026 verlegt. Als Begründung nannte das Gericht lediglich, dass „zusätzliche Zeit zur Fertigstellung des Urteils benötigt wird“ — mehr nicht. PriceRunner fordert von Google rund 8,3 Milliarden US-Dollar Schadensersatz, was den Fall zu einer der größten privaten Kartellklagen in der schwedischen Rechtsgeschichte macht.

Die Klage wurzelt im EU-Wettbewerbsurteil von 2017, das Google verurteilte, eigene Preisvergleichsdienste in Suchergebnissen bevorzugt zu haben. PriceRunner reichte 2022 Klage ein — kurz bevor Klarna das Unternehmen übernahm — und erhöhte die Schadensforderung später, um jahrelange Umsatz- und Traffikverluste zu berücksichtigen. Der Europäische Gerichtshof bestätigte die ursprüngliche EU-Entscheidung im September 2024. Google hält dagegen: Man habe bereits 2017 Anpassungen vorgenommen, die Zahl der Preisvergleichsseiten auf der eigenen Plattform sei seitdem von sieben auf 1.550 gestiegen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Klarna?

Hohe Unsicherheit, hoher Einsatz

Klarna selbst dämpft die Erwartungen. Das Unternehmen betont ausdrücklich, dass der Ausgang des Verfahrens ungewiss sei — weder Haftung noch Schadenshöhe seien garantiert. Selbst ein Urteil zugunsten von PriceRunner wäre anfechtbar, müsste mit früheren PriceRunner-Aktionären und dem Prozessfinanzierer geteilt werden und unterläge der Besteuerung. Die genannte Klagesumme sage nichts über eine tatsächliche Zahlung aus.

Das ist eine wichtige Einschränkung. Ein Sieg wäre für Klarna finanziell transformativ — ein Verlust hingegen würde eine jahrelange Hoffnung zunichtemachen, ohne direkten Schaden für die Bilanz.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Klarna?

Aktie unter Druck

Die Verschiebung trifft Klarna in einer schwachen Phase. Die Aktie notiert aktuell bei rund 13,96 Dollar und hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 71 Prozent an Wert verloren. Die Marktkapitalisierung liegt bei etwa 4,95 Milliarden Dollar — weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei 57,20 Dollar.

Parallel arbeitet Klarna an seiner Bilanz. Anfang April schloss das Unternehmen eine sogenannte Significant-Risk-Transfer-Transaktion über 1,7 Milliarden Dollar ab — die sechste und bislang größte dieser Art. Das dreijährige Abkommen mit einem von Värde Partners geführten Konsortium deckt auf Euro lautende Kredite ab und soll regulatorisches Kapital für neues Kreditgeschäft freisetzen.

Am 10. Juni wird das Stockholmer Gericht zeigen, ob die 8,3-Milliarden-Wette aufgeht — oder ob Klarna mit leeren Händen dasteht.

Klarna-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Klarna-Analyse vom 14. April liefert die Antwort:

Die neusten Klarna-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Klarna-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Klarna: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Klarna

Über Felix Baarz 3331 Artikel
Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.