Klarna erweitert sein Geschäft in den USA – mit einem FDIC-versicherten Sparkonto. Das schwedische Fintech geht damit einen weiteren Schritt weg vom reinen Ratenkredit-Anbieter hin zur digitalen Vollbank. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie ordentlich durchgeschüttelt wird.

Die neuen Sparkonten sind kostenlos, ohne Mindesteinlage und bieten einen Zinssatz von über drei Prozent APY. Anbieter ist WebBank aus Salt Lake City. Der durchschnittliche Amerikaner verdient auf seinem Ersparten deutlich weniger, ließ sich CEO Sebastian Siemiatkowski in der Ankündigung zitieren.

Bereits in Europa betreibt Klarna Sparkonten in sieben Ländern – und hat dort über 12,3 Milliarden Dollar an Einlagen eingesammelt. Das erinnert an eine bewährte Strategie: Kunden über Zahlungsdienste an Land ziehen, dann mit Bankprodukten binden.

Wachsende Erträge, volatile Aktie

Die Expansion in die USA fußt auf einer soliden operativen Basis. Im ersten Quartal 2026 steigerte Klarna den Umsatz auf 1,012 Milliarden Dollar – ein Plus von 44 Prozent. Das bereinigte Betriebsergebnis kletterte von drei auf 68 Millionen Dollar. Unter dem Strich stand ein kleiner Gewinn (eine Million Dollar), nach einem Verlust von 99 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.

Gleichzeitig bleibt die Aktie auf Talfahrt. Sie notierte gestern bei 14,32 Euro – das sind 63 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 38,78 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 41 Prozent. Nur die vergangenen 30 Tage brachten immerhin ein Plus von 17 Prozent. Der RSI liegt mit 53,3 im neutralen Bereich, die annualisierte Volatilität von 66 Prozent zeigt die enorme Sprunghaftigkeit.

Ob die neue Sparkonto-Offensive die Trendwende schafft, hängt vor allem davon ab, wie schnell Klarna in den USA Einlagen sammelt. In Europa waren es elf Märkte für 12,3 Milliarden Dollar. Der US-Markt ist größer – aber auch umkämpfter.