Der US-amerikanische Konzern Worthington Steel hat den nächsten formalen Schritt zur vollständigen Übernahme und zum Rückzug der Klöckner & Co SE von der Börse eingeleitet. Seit dem 15. Juli 2026 läuft die Annahmefrist für das öffentliche Delisting-Erwerbsangebot an die verbliebenen Aktionäre des Duisburger Stahlhändlers. Die Angebotsunterlage wurde zuvor von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gestattet und am 16. Juli 2026 offiziell veröffentlicht.

Annahmefrist und Details zur Barleistung

Aktionäre der Klöckner & Co SE können ihre Anteile im Rahmen dieser Offerte zu einer Barleistung von 11,00 Euro je Aktie andienen. Die Frist für das Erwerbsangebot endet planmäßig am 12. August 2026. Das Angebot folgt auf die geänderte Beteiligungsstruktur des Unternehmens. Der aktuelle Börsenkurs von 12,28 Euro notiert derzeit deutlich über dem Barangebot von Worthington Steel. Seit Beginn des Jahres verzeichnet die Aktie eine positive Entwicklung von 51,23 Prozent. Damit liegt der Wert momentan nur knapp 3,31 Prozent unter seinem am 28. April 2026 erreichten 52-Wochen-Hoch von 12,70 Euro.

Die Analysten von Deutsche Bank Research haben die Beobachtung des Wertes am 3. Juli 2026 wieder aufgenommen. Das Haus stuft das Papier mit „Hold“ ein und setzt das Kursziel bei 11,00 Euro fest, was exakt dem Preis des Delisting-Angebots entspricht.

Operative Entwicklung und nächste Termine

Parallel zum Übernahmeprozess setzt das Unternehmen seine Finanzberichterstattung fort. Für den 5. August 2026 ist die Veröffentlichung der Konzern-Zwischenmitteilung für das zweite Quartal 2026 geplant. Eine entsprechende Vorabbekanntmachung der Berichterstattung gemäß den Transparenzrichtlinien des Wertpapierhandelsgesetzes erfolgte bereits am 7. Juli 2026. In der vorangegangenen Quartalsmitteilung zum ersten Quartal, die am 6. Mai publiziert wurde, hatte das Unternehmen Einblicke in die aktuelle Geschäftslage gegeben.

Zudem treibt der Konzern seine strategische Neuausrichtung voran. Bereits Mitte Januar 2026 gab Klöckner die Absicht bekannt, die Becker Gruppe zu veräußern. Dieser Schritt dient der Konzentration auf höherwertige Serviceleistungen innerhalb der Multi-Metals-Plattform.

Umbau der Aktionärsstruktur und strategische Neuausrichtung

Die Grundlage für das aktuelle Delisting-Angebot wurde im Frühsommer gelegt. Am 3. Juni 2026 erfolgte der formale Vollzug des vorangegangenen Übernahmeangebots. Worthington Steel sicherte sich dabei eine Mehrheitsbeteiligung von 61,87 Prozent an der Klöckner & Co SE. Maßgeblich für diesen Erfolg war unter anderem die Andienung des Anteils von 41,5 Prozent durch den bisherigen Großaktionär Friedhelm Loh.

Medienberichten zufolge gab es in diesem Zeitraum auch Bewegungen bei kleineren Anteilseignern. So überschritt Ben Durham zum Stichtag 1. Juni 2026 die Meldeschwelle von 3 Prozent und hält nun 3,17 Prozent der Stimmrechte. Zudem wurde Ende Mai eine Insider-Transaktion eines Vorstandsmitglieds in der Kategorie „Sonstiges“ gemeldet. Die ordentliche Hauptversammlung des laufenden Jahres fand am 20. Mai 2026 statt.