Klöckner Aktie: Der 11-Euro-Deal!

Der US-Stahlverarbeiter Worthington Steel übernimmt Klöckner & Co. für 11 Euro je Aktie. Vorstand und größter Aktionär unterstützen das Angebot, das eine Prämie von 81 Prozent aufweist.

Klöckner Aktie
Kurz & knapp:
  • Übernahmeangebot mit 81 Prozent Aktienprämie
  • Größter Aktionär verpflichtet sich zur Annahme
  • Geplanter Verkauf der defizitären Becker-Sparte
  • Abschluss der Transaktion für zweite Jahreshälfte 2026

Der US-Stahlverarbeiter Worthington Steel greift zu – und zwar kräftig. 11 Euro je Aktie bietet das Unternehmen aus Columbus, Ohio, für sämtliche Anteile an Klöckner & Co. Eine saftige Prämie von 81 Prozent auf den letzten ungestörten Schlusskurs vom 5. Dezember 2025 und sogar 98 Prozent auf den dreimonatigen Durchschnitt. Damit ist klar: Die Amerikaner meinen es ernst.

Am 15. Januar 2026 wurde die Zusammenschlussvereinbarung unterzeichnet. Vorstand und Aufsichtsrat von Klöckner begrüßen das Angebot ausdrücklich und wollen den Aktionären – vorbehaltlich der Prüfung der Angebotsunterlage – die Annahme empfehlen. Kein Wunder: Der Deal katapultiert den arg gebeutelten Düsseldorfer Stahlhändler in eine völlig neue Dimension.

Amerikaner schaffen Stahl-Giganten

Worthington Steel will durch den Zusammenschluss zum zweitgrößten Stahl-Service-Center-Unternehmen Nordamerikas aufsteigen. Der kombinierte Umsatz beider Firmen läge bei über 9,5 Milliarden US-Dollar. Das Kalkül: Klöckner bringt rund 110 Standorte in Nordamerika und Europa mit, dazu ein breites Produktportfolio von Blech über Elektroband bis Edelstahl. Worthington verspricht sich jährliche Synergien von rund 150 Millionen Dollar – und das bereits bis Ende des Geschäftsjahres 2028.

Die Finanzierung steht: Worthington kombiniert eigene Mittel mit neuer Fremdfinanzierung. Vollständig abgesichert, ohne Finanzierungsvorbehalt. Nach Abschluss rechnen die Amerikaner mit einer Nettoverschuldung im Bereich von 4,0x – innerhalb von 24 Monaten soll diese Quote aber unter 2,5x fallen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Klöckner?

Größter Aktionär bereits im Boot

Entscheidend für den Erfolg: Die SWOCTEM GmbH, mit 41,53 Prozent größter Aktionär von Klöckner, hat sich unwiderruflich verpflichtet, ihre gesamte Beteiligung anzudienen. Damit ist die Mindestannahmeschwelle von 65 Prozent in greifbare Nähe gerückt. Auch die Vorstandsmitglieder von Klöckner wollen ihre Aktien einreichen.

Der Deal ist an übliche Bedingungen geknüpft: Neben der Mindestannahmequote müssen fusionskontrollrechtliche und sonstige behördliche Freigaben erfolgen. Der Abschluss wird für die zweite Hälfte 2026 angestrebt. Nach erfolgreichem Vollzug prüft Worthington einen Squeeze-Out, einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag und möglicherweise ein Delisting vom regulierten Markt in Frankfurt.

Becker-Sparte wird abgestoßen

Parallel zum Übernahmeangebot verkündet Klöckner den geplanten Verkauf der Becker Gruppe – einer der führenden Multi-Metals-Plattformen im europäischen Flachstahlsektor. Die Becker-Sparte kämpfte zuletzt mit roten Zahlen: In den ersten neun Monaten 2025 fuhr sie bei 567 Millionen Euro Umsatz ein operatives Ergebnis (EBITDA vor Sondereffekten) von minus 36 Millionen Euro ein.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Klöckner?

Klöckner-Chef Guido Kerkhoff begründet den Schritt mit dem Wunsch, stärker auf höherwertige Produkte und Services zu setzen. Die Becker-Beteiligung soll unter neuer Eigentümerschaft an einer Konsolidierung der europäischen Industrie teilhaben können.

Was bleibt für Aktionäre?

Für das Geschäftsjahr 2025 ist eine Dividende von bis zu 0,20 Euro je Aktie vereinbart. Der Sitz für das europäische Geschäft bleibt in Düsseldorf, das Management soll im Amt bleiben. Worthington sichert zu: keine Entlassungen, keine Standortschließungen. Die Größe des Aufsichtsrats bleibt unverändert – allerdings will Worthington künftig angemessen vertreten sein.

Ob die Angebotsunterlage nach Gestattung durch die BaFin noch Überraschungen bereithält, wird sich zeigen. Klar ist: Für Klöckner-Aktionäre, die in den vergangenen Jahren viel Geduld aufbringen mussten, bietet sich jetzt eine attraktive Ausstiegsmöglichkeit. Ob die Mindestannahmeschwelle erreicht wird? Die Chancen stehen nicht schlecht.

Klöckner-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Klöckner-Analyse vom 16. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Klöckner-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Klöckner-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Klöckner: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Über Andreas Sommer 1480 Artikel

Über mich: Erfahrung für Ihren Anlageerfolg

Als Finanzanalyst und Börsenjournalist beschäftige ich mich seit über vier Jahrzehnten intensiv mit den Finanzmärkten. Meine Spezialisierung liegt auf der Analyse wachstumsstarker Aktien und der Entwicklung von Anlagestrategien, die fundamentale Bewertung mit technischer Analyse kombinieren.

Ein zentraler Aspekt ist das Timing („Timing is Money“), denn Risikobegrenzung ist essenziell („Vermeiden ist besser als Verlieren!“). Mein Ziel ist es, Ihnen klare Orientierung in dynamischen Märkten zu bieten.

Mein Weg an die Börse: Vom Bankberater zum Analysten

Meine Faszination für die Finanzmärkte entwickelte sich schon früh. Wichtige Stationen meines Weges sind:

  • Bankwesen: Über zehn Jahre Erfahrung als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank legten den Grundstein im Kundengeschäft.
  • Wendepunkt 1987: Der Börsencrash weckte mein tiefes Interesse an der technischen Analyse als wichtiges Instrument zur Risikosteuerung.
  • Finanzjournalismus: Als Finanzredakteur und Chefredakteur für Börsenpublikationen vertiefte ich meine Marktkenntnisse.
  • Strategieentwicklung: Über die Jahre entwickelte ich meinen heutigen ganzheitlichen Ansatz, der Fundamentaldaten und Charttechnik systematisch verbindet.

Meine Arbeit: Analysen, Strategien und Einblicke

Meine Expertise und meine Anlagestrategien teile ich auf verschiedenen Wegen:

  • Buch "Die Wachstumsaktien-Strategie": In diesem Buch (VNR Verlag) stelle ich praxisnah meine Methode zur Auswahl von Wachstumsaktien und zur Kombination von Fundamentalanalyse und Timing vor.
  • Markt-Barometer: Ein selbst entwickeltes Tool, das wöchentlich das Börsenklima anhand globaler Indikatoren einschätzt und bei der Risikosteuerung hilft.
  • Einblicke teilen: Meine Marktmeinung zu Aktien, Gold, Krypto und Rohstoffen teile ich regelmäßig bei Auftritten auf Finanzmessen (z.B. Invest Stuttgart), in Fachmedien (z.B. Börsen Radio Network) und auf meinem YouTube-Kanal „Chartanalyse-Trends“.

Unabhängigkeit und Transparenz sind die Grundlage meiner Arbeit.

Mein Ziel: Ihr Navigator im Finanzmarkt

Ich möchte Anlegern – ob Einsteiger oder Profi – klare, fundierte und umsetzbare Strategien an die Hand geben. Mit meinen Analysen und Werkzeugen helfe ich Ihnen, sich im oft komplexen Finanzmarkt zurechtzufinden und erfolgreich zu investieren.