Die Übernahme durch Worthington Steel nimmt Form an. Nach Ablauf der ersten Annahmefrist hält der US-Konzern bereits 58,8 % aller ausstehenden Klöckner-Aktien — genug, um die Mindestannahmeschwelle von 57,5 % zu übertreffen. Für verbliebene Aktionäre läuft nun die zweite Frist, und zwar bis zum 14. April 2026 um Mitternacht.
Pikant dabei: Die Aktie notiert mit rund 12,14 Euro deutlich über dem offiziellen Angebotspreis von 11,00 Euro. Dieser Aufschlag ist kein Zufall.
Markt spekuliert auf höhere Abfindung
Der Kursaufschlag gegenüber dem Worthington-Angebot spiegelt eine konkrete Erwartungshaltung wider: Im Zuge des geplanten Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags (BGAV) könnte eine höhere Abfindung festgesetzt werden als die aktuell gebotenen 11,00 Euro. Worthington Steel informierte Klöckner am 27. März offiziell über die Absicht, unmittelbar nach Vollzug des Angebots einen solchen BGAV abzuschließen — und ist zuversichtlich, die nötige Hauptversammlungsmehrheit zu erreichen.
Welche konkreten Ausgleichszahlungen den Minderheitsaktionären zustehen, werden erst die BGAV-Konditionen definieren. Das Unternehmen wird dabei mit 2,1 Milliarden Euro bewertet. Bereits das aktuelle Angebot stellte eine Prämie von rund 98 % gegenüber dem volumengewichteten Drei-Monats-Durchschnitt vor Bekanntgabe der Übernahmeabsicht dar.
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Delisting und Squeeze-out als nächste Schritte
Worthington Steel prüft nach Vollzug der Transaktion weitere strukturelle Maßnahmen: ein mögliches Delisting der Klöckner-Aktie sowie einen Squeeze-out der verbleibenden Minderheitsaktionäre. Beides steht unter dem Vorbehalt der Annahmequote und der Marktbedingungen.
Zusätzlich bleibt das makroökonomische Umfeld ein Unsicherheitsfaktor. EU-Handelspolitik und mögliche Schutzmaßnahmen gegen Billigimporte aus China und der Türkei könnten die Margen- und Preissituation für europäische Stahlhändler wie Klöckner beeinflussen — in beide Richtungen.
Vorstand und Aufsichtsrat von Klöckner empfehlen die Annahme des Angebots und bewerten es als fair und angemessen. Der Vollzug der Transaktion wird für das zweite Halbjahr 2026 erwartet, vorbehaltlich ausstehender regulatorischer Genehmigungen.
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