Worthington Steel macht bei Klöckner & Co Ernst. Nach der Übernahme folgt nun der Rückzug von der Börse. Anleger reagieren mit einem deutlichen Kursaufschlag auf die Pläne des neuen Mehrheitseigentümers.

Der US-Konzern hält nach dem Abschluss der Übernahme rund 62 Prozent der Anteile. Der langjährige Großaktionär Friedhelm Loh trennte sich im Zuge dessen von seinem Paket in Höhe von 41,53 Prozent. Nun folgt der nächste Schritt: ein öffentliches Delisting-Angebot.

Worthington bietet den verbleibenden Aktionären 11,00 Euro je Aktie an. Das Angebot kommt ohne Mindestannahmeschwelle aus. Der Markt scheint diese Offerte allerdings nur als Untergrenze zu betrachten.

An der Börse kostet die Aktie aktuell 12,46 Euro. Investoren zahlen somit einen Aufschlag von über 13 Prozent auf das Barangebot. Die Kursdifferenz deutet auf die Erwartung einer höheren Abfindung hin. Ein späterer Squeeze-out oder ein Beherrschungsvertrag könnten eine attraktivere Bewertung erzwingen.

Operativ zeigt sich der Stahlhändler stabil. Das Management peilt für das zweite Quartal ein operatives Ergebnis zwischen 40 und 80 Millionen Euro an. Im ersten Quartal erreichte Klöckner bereits ein EBITDA von 46 Millionen Euro.

Die Strategie setzt verstärkt auf Nachhaltigkeit. Unter der Marke Nexigen verkauft das Unternehmen CO2-reduzierten Stahl. Damit will Klöckner margenstarke Service-Leistungen ausbauen.

Die Aktie notiert derzeit nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 12,70 Euro. Marktteilnehmer warten nun auf die Veröffentlichung der detaillierten Angebotsunterlage zum Delisting.