Die Annahmefrist für das Worthington-Steel-Übernahmeangebot endet heute Nacht — und der Börsenkurs von Klöckner & Co erzählt eine klare Geschichte. Mit rund 12,30 Euro liegt die Aktie deutlich über dem Angebotspreis von 11,00 Euro. Der Markt wettet auf mehr.
Warum Anleger das Angebot meiden
Der Grund für den Kursaufschlag liegt in der erwarteten Folgemaßnahme: Worthington Steel hat bereits am 27. März angekündigt, unmittelbar nach Vollzug der Transaktion einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag (BGAV) mit Klöckner abzuschließen. Ein solches Vertragswerk verpflichtet den Mehrheitseigentümer, außenstehenden Aktionären gesetzliche Ausgleichszahlungen und eine Barabfindung anzubieten — beides auf Basis einer neuen Unternehmensbewertung. Genau diese Bewertung könnte über 11,00 Euro liegen, was erklärt, warum viele Aktionäre ihre Anteile lieber halten als andienen.
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Kurz vor dem Stichtag sorgte eine Stimmrechtsmeldung für Aufmerksamkeit: Ein Aktionär reduzierte seinen Anteil von 3,30 Prozent auf nur noch 0,22 Prozent — Ursache war die Rückgabe von Eigenkapitalsicherheiten.
Worthington mit solider Grundlage für den nächsten Schritt
Die Übernahme selbst ist bereits weitgehend besiegelt. Zum Ende der initialen Annahmefrist am 26. März hatte Worthington Steel rund 58,8 Prozent des Klöckner-Grundkapitals gesichert und damit die Mindestannahmeschwelle von 57,5 Prozent überschritten. Den entscheidenden Beitrag leistete Großaktionär Friedhelm Loh, der sein Paket von rund 41,5 Prozent einbrachte.
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Die operative Basis für den BGAV ist dabei nicht unattraktiv: Klöckner steigerte sein EBITDA vor Sondereffekten 2025 auf 171 Millionen Euro, nach 136 Millionen Euro im Vorjahr — getragen vor allem durch margenstarke Verarbeitungsdienstleistungen in Europa und Nordamerika.
Delisting und Squeeze-out nicht ausgeschlossen
Nach dem Vollzug des Angebots, der für das zweite Halbjahr 2026 erwartet wird, plant Worthington Steel weitere strukturelle Maßnahmen zu prüfen — darunter ein mögliches Delisting oder ein Squeeze-out der verbliebenen Minderheitsaktionäre. Auf der ordentlichen Hauptversammlung am 20. Mai in Düsseldorf steht zunächst die Abstimmung über eine Dividende von 0,20 Euro je Aktie an. Dort dürfte Worthington auch die für den BGAV erforderliche Hauptversammlungsmehrheit anstreben — und ist nach eigenem Bekunden zuversichtlich, sie zu erreichen.
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