Klöckner & Co Aktie: Worthington unter Druck

Worthington Steel meldet schwache Quartalszahlen während der Klöckner-Übernahme. Die Klöckner-Aktie notiert über dem Angebotspreis, da Anleger auf höhere Abfindungen im Rahmen des geplanten Beherrschungsvertrags hoffen.

Klöckner Aktie
Kurz & knapp:
  • Worthington verfehlt Analystenerwartungen deutlich
  • Klöckner-Aktie notiert über Angebotspreis
  • Geplanter Beherrschungsvertrag als nächster Schritt
  • Mögliches Delisting der Klöckner-Aktie geplant

Die Annahmefrist ist abgelaufen, Worthington Steel hält knapp 59 Prozent der Klöckner-Aktien — und steht dabei selbst unter Beschuss. Frische Quartalszahlen des US-Käufers offenbaren erhebliche operative Schwäche, während die Klöckner-Aktie munter über dem Angebotspreis notiert.

Käufer schwächelt, Ziel erholt sich

Das Timing könnte kaum ungemütlicher sein: Während Worthington den Übernahmeabschluss vorantreibt, verfehlte das Unternehmen im jüngsten Quartal die Analystenerwartungen deutlich. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,27 Dollar — der Konsens hatte 0,46 Dollar erwartet. Das Betriebsergebnis brach von 18,3 Millionen auf 3,1 Millionen Dollar ein.

Das Zielunternehmen präsentiert sich währenddessen in besserer Verfassung. Klöckner erzielte 2025 bei einem Umsatz von rund 6,4 Milliarden Euro ein bereinigtes EBITDA von 171 Millionen Euro, nach 136 Millionen im Vorjahr. Der Nettoverlust schrumpfte von 176 auf 53 Millionen Euro. Obendrein ist eine Dividende von 20 Cent je Aktie geplant.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Klöckner?

Warum der Kurs über dem Angebotspreis liegt

Am 2. April kletterte die Klöckner-Aktie auf 12,18 Euro — spürbar über dem offiziellen Angebotspreis von 11,00 Euro. Das Muster ist bekannt: Wer jetzt noch hält, spekuliert auf eine höhere Abfindung im Rahmen des geplanten Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags (BGAV).

Worthington hat dem Klöckner-Vorstand bereits mitgeteilt, einen solchen Vertrag anschließen zu wollen. Die Ausgleichs- und Abfindungsregelungen werden auf Basis einer neuen Unternehmensbewertung festgelegt — die gesetzlichen Vorgaben verlangen das. Für die Zustimmung benötigt Worthington die Hauptversammlung, deren Termin für 2026 noch offen ist. Mit knapp 59 Prozent Mehrheit gilt die Abstimmung als Formsache.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Klöckner?

Squeeze-out als nächste Stufe

Der Deal hat eine klare Richtung. Nach den ausstehenden Behördenfreigaben soll der formelle Abschluss der 2,1 Milliarden Euro schweren Transaktion in der zweiten Jahreshälfte 2026 erfolgen. Erreicht Worthington eine Beteiligungsquote von 90 Prozent, ist ein Squeeze-out der verbliebenen Minderheitsaktionäre geplant. Ein vollständiges Delisting der Klöckner-Aktie steht ebenfalls auf der Agenda.

Für Minderheitsaktionäre läuft das Kalkül auf eine einfache Abwägung hinaus: Die BGAV-Bewertung wird zeigen, ob der aktuelle Kursaufschlag gegenüber dem Angebotspreis gerechtfertigt ist — oder ob der Markt zu optimistisch eingepreist hat.

Klöckner-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Klöckner-Analyse vom 15. April liefert die Antwort:

Die neusten Klöckner-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Klöckner-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Klöckner: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Klöckner

Über Felix Baarz 3361 Artikel
Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.