Der europäische Rüstungskonzern KNDS hat 2025 seinen Umsatz auf 4,4 Milliarden Euro gesteigert — ein Plus von knapp 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch beeindruckender ist der Auftragseingang: 13,5 Milliarden Euro in einem einzigen Jahr. Das Unternehmen bereitet sich auf einen Börsengang vor, der die Kräfteverhältnisse in der europäischen Rüstungsindustrie neu ordnen könnte.
Zahlen, die für sich sprechen
Das operative Ergebnis kletterte auf 661 Millionen Euro — das entspricht einer EBIT-Marge von 15 Prozent, nach 13,2 Prozent im Vorjahr. Der Auftragsbestand wuchs von 23,5 Milliarden auf 33,1 Milliarden Euro. Das ist mehr als das Siebenfache des Jahresumsatzes — und sichert dem Hersteller von Leopard-2-Panzern und Caesar-Haubitzen eine volle Produktionspipeline für Jahre.
Das Wachstum treibt vor allem die gestiegene europäische Nachfrage nach schweren Waffensystemen. KNDS verfolgt dabei eine klare Strategie: Waffenplattformen und Munition aus einer Hand. Das hat zuletzt den Ausschlag bei mehreren Großverträgen gegeben.
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Börsengang mit staatlichem Anker
Für 2026 plant KNDS ein Dual-Listing in Frankfurt und Paris — vorbehaltlich der Marktlage. Das Ziel ist ein besserer Zugang zu Kapital für weitere Investitionen in Produktion, Technologie und Forschung.
Bemerkenswert ist die geplante Eigentümerstruktur. Deutschland will beim IPO zunächst 40 Prozent der Anteile übernehmen. Das würde die deutsche Beteiligung auf das Niveau Frankreichs heben. Berichten zufolge sollen beide Länder ihre Anteile innerhalb von zwei bis drei Jahren auf jeweils rund 30 Prozent reduzieren.
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Kapazitäten wachsen mit den Aufträgen
Um den Auftragsbestand abzuarbeiten, hat KNDS 2025 seine Produktionskapazitäten europaweit ausgebaut. Das Unternehmen prüft auch Kapazitäten aus anderen Branchen — darunter die Automobilindustrie.
Ein konkretes Beispiel für die Nachfrage: Großbritannien bestellte 72 selbstfahrende Haubitzen vom Typ RCH 155 für rund eine Milliarde Pfund. Die ersten Lieferungen sollen 2028 beginnen. Insgesamt beliefert KNDS mehr als 40 Streitkräfte weltweit.
Für 2026 plant das Unternehmen weitere Einstellungen und höhere Ausgaben für Fertigung und Entwicklung. Der Börsengang soll diesen Kurs finanzieren — und Deutschland wie Frankreich gleichzeitig die strategische Kontrolle über einen der wichtigsten Rüstungskonzerne Europas sichern.
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