Europas Rüstungsindustrie steht vor einem gewaltigen Börsengang. Der Panzerbauer KNDS treibt seine Pläne für ein Debüt auf dem Parkett im Jahr 2026 massiv voran. Dafür hat sich das Unternehmen nun prominente Unterstützung gesichert. Die Investmentbank Lazard soll den Sprung an die Börsen in Frankfurt und Paris steuern.
Volle Auftragsbücher treiben die Pläne
Die Basis für das IPO ist stark. KNDS steigerte seinen Umsatz im vergangenen Jahr deutlich auf 4,4 Milliarden Euro. Parallel dazu kletterte der operative Gewinn auf 661 Millionen Euro. Das entspricht einer starken Marge von 15 Prozent. Lukrative Exportaufträge trieben diese Entwicklung maßgeblich an.
Noch beeindruckender ist die Auftragslage. Neue Verträge spülten 2025 rund 13,5 Milliarden Euro in die Kassen. Der gesamte Auftragsbestand wuchs damit auf gewaltige 33,1 Milliarden Euro. Diese Summe sichert die Produktion von gepanzerten Fahrzeugen, Artilleriesystemen und Munition auf Jahre ab.
Frisches Kapital für den Umbau
Im Hintergrund ordnet das Management bereits die Finanzen. Erst Mitte Mai verkaufte KNDS ein Aktienpaket am Getriebehersteller Renk. Der Deal brachte rund 262 Millionen Euro ein. Auch bei dieser Transaktion zog KNDS die Berater von Lazard hinzu.
Das Rüstungsunternehmen hält nun noch rund zehn Prozent an Renk. Für dieses Restpaket gilt eine Sperrfrist von 180 Tagen. Mit den Erlösen aus dem Verkauf optimiert KNDS seine Kapitalstruktur. Das Ziel: eine saubere Bilanz für den Börsengang.
Ein exakter Zeitplan für die Erstnotiz fehlt noch. Die Vorbereitungen für das geplante Dual-Listing in Frankfurt und Paris laufen allerdings nach Plan. Bis das Unternehmen den offiziellen Börsenprospekt veröffentlicht, achtet der Markt auf das Tagesgeschäft. KNDS muss nun beweisen, dass der Konzern seinen gigantischen Auftragsbestand reibungslos abarbeitet.
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