KNDS treibt den Ausbau an der NATO-Ostflanke massiv voran. In Litauen startet der Rüstungskonzern jetzt die Bauphase für ein neues Montage- und Wartungswerk. Es ist ein strategischer Ankerpunkt in einer Region mit Rekordnachfrage nach schweren Waffensystemen.
Ausbau an der NATO-Ostflanke
Das Projekt in der Freien Wirtschaftszone Kaunas entsteht unter der Regie von Lithuania Defence Services. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen von KNDS Deutschland und Rheinmetall. Der Fokus liegt auf der technischen Betreuung und Reparatur schwerer gepanzerter Fahrzeuge.
Ein rund 13.000 Quadratmeter großer Komplex soll dort entstehen. Den Auftrag für Planung und Bau sicherte sich die finnische YIT-Gruppe für etwa 29 Millionen Euro. Die gesamte Investition in den Standort wird auf fast 50 Millionen Euro taxiert.
Das Werk soll vor allem die litauische Flotte von 44 Leopard 2A8-Kampfpanzern unterstützen. Parallel dazu dient der Standort als regionales Zentrum für andere NATO-Einheiten im Baltikum. KNDS reagiert damit auf einen Auftragsbestand von über 33 Milliarden Euro.
Volle Auftragsbücher und IPO-Pläne
Im laufenden Geschäftsjahr 2026 peilt das Management ein Umsatzplus von etwa 30 Prozent an. Im Vorjahr erlöste die Gruppe 4,4 Milliarden Euro. Wachstumstreiber ist vor allem das Segment der deutschen Landsysteme.
Die Gruppe investiert massiv in neue Kapazitäten an europäischen Standorten. Rund 750 Millionen Euro fließen 2026 in Sachanlagen. Dennoch kalkuliert KNDS für das Gesamtjahr mit einem freien Cashflow von über 250 Millionen Euro.
Ein Börsengang bleibt derweil ein zentrales Thema. Eigentlich war die Erstnotiz in Paris und Frankfurt für Juli geplant. Wegen der hohen Volatilität im Sektor verschoben die Anteilseigner das Vorhaben jedoch. Investoren bewerten das Unternehmen aktuell mit rund 12 Milliarden Euro.
Die Bauphase in Kaunas beginnt noch in diesem Monat. Der Abschluss der Arbeiten ist für November 2027 geplant. Läuft alles nach Plan, rollen Ende 2028 die ersten Einheiten vom Band.
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