Tom Enders räumt mit den Gerüchten auf. Der Rüstungsriese KNDS plant weiterhin seinen Gang an die Börse. Einer Verstaatlichung durch Berlin und Paris erteilte der Konzernchef eine deutliche Absage. Das Ziel bleibt der Kapitalmarkt.

Die Spekulationen über eine Staatsübernahme bezeichnete Enders als haltlos. Er reagierte damit auf Berichte, wonach Deutschland und Frankreich die volle Kontrolle prüfen würden. Gegenüber Reuters betonte er, es gebe absolut keinen Grund für diesen Schritt. Die finanzielle Basis des Konzerns sei solide. Eine staatliche Kontrolle würde die Abarbeitung des massiven Auftragsbergs nicht beschleunigen.

Bewertungshürden bremsen Zeitplan

Eigentlich sollte das duale Listing bereits im Juli 2026 starten. Der Konzern pausierte das Vorhaben jedoch wegen der hohen Marktvolatilität. Auch beim Preis gab es Differenzen. Die Eigentümer GIAT und die Familie Wegmann streben eine Bewertung von über 12 Milliarden Euro an.

Ein zweiter Versuch könnte bereits im September folgen. Die Entscheidung hängt primär von der Stabilisierung des Umfelds ab. Geplant ist, dass jeweils 40 Prozent der Anteile bei den Staaten verbleiben. Die restlichen 20 Prozent sollen künftig frei gehandelt werden. Lazard Inc. begleitet den Prozess weiterhin als Finanzberater.

Großauftrag füllt die Bücher

Fernab der Börsenpläne demonstriert das Unternehmen industrielle Stärke. Die europäische Behörde OCCAR orderte 69 zusätzliche Radpanzer vom Typ Boxer. In der Bundeswehr firmiert das System unter dem Namen „Schakal“. Die Bestellung basiert auf einer Option aus dem Vorjahr.

Die Bundeswehr erhält 35 dieser Fahrzeuge. Weitere 34 Einheiten gehen an die niederländische Armee. KNDS-Deutschland-Chef Florian Hohenwarter sieht in der gemeinsamen Beschaffung einen strategischen Vorteil. Das Vorgehen erlaube schnellere Lieferzeiten und verbessere die logistische Zusammenarbeit innerhalb Europas.

Die Bilanz untermauert das Wachstum. Das Geschäftsjahr 2025 schloss der Konzern mit einem Umsatzplus von 16 Prozent ab. Die Erlöse stiegen auf 4,4 Milliarden Euro. Die EBIT-Marge liegt bei starken 15 Prozent.

Mit einem Rekord-Auftragsbestand von über 33 Milliarden Euro ist die Auslastung gesichert. Der freie Cashflow belief sich zuletzt auf 980 Millionen Euro. Diese Kennzahlen bieten eine klare Argumentationsgrundlage für die kommenden Gespräche mit Investoren.