Der deutsch-französische Rüstungsgigant bereitet sich auf den wichtigsten Kapitalmarktschritt des Jahrzehnts vor. Kurz vor dem geplanten Börsengang im Sommer gerät der Zeitplan von KNDS ins Wanken. Eine gekappte Bewertung und ein ungelöster Korruptionsverdacht bremsen die Euphorie. Das dürfte für die beteiligten Banken eine nervöse Schlussphase bedeuten.
Berater haben die Markterwartungen für das Unternehmen zuletzt spürbar nach unten korrigiert. Statt der ursprünglich angepeilten 25 Milliarden Euro taxieren Banken den Börsenwert nun auf rund 20 Milliarden Euro. Das Management plant ein Dual Listing in Paris und Frankfurt. Dabei soll ein substanzieller Teil der Aktien in den Streubesitz übergehen, was Einnahmen im Milliardenbereich verspricht.
Ein formales Hindernis blockiert aktuell den nötigen Wertpapierprospekt. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC weigert sich bislang, den Jahresabschluss für 2025 abzuzeichnen. Hintergrund ist eine laufende Korruptionsuntersuchung rund um ein Rüstungsgeschäft mit Katar aus dem Jahr 2013. KNDS hofft, die Prüfung noch im Mai abschließen zu können.
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Politisches Ringen um Kontrolle
Bislang gehört der Konzern zu gleichen Teilen dem französischen Staat und der deutschen Eigentümerfamilie Bode. Letztere plant den vollständigen Ausstieg. Um das Gleichgewicht der Großaktionäre nach dem IPO zu wahren, bereitet Berlin den Einstieg vor. Die Bundesregierung visiert eine Sperrminorität von mindestens 25,1 Prozent an.
Der Gewerkschaft IG Metall reicht das nicht. Vize-Chef Jürgen Kerner fordert eine exakte Parität mit Frankreich, um heimische Arbeitsplätze und Technologien zu schützen. Ob eine staatliche Beteiligung vor, während oder nach dem Börsengang stattfindet, ist noch unklar. Ein Konsortium unter Führung von Deutscher Bank und Goldman Sachs treibt die Vorbereitungen derweil weiter voran.
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Operatives Geschäft liefert Rekorde
Abseits der politischen und formalen Hürden glänzt das operative Geschäft. Der Umsatz kletterte im vergangenen Jahr auf 3,8 Milliarden Euro. Parallel dazu explodierte der Auftragseingang um mehr als 40 Prozent. KNDS sitzt mittlerweile auf einem Orderbestand von rund 23,5 Milliarden Euro.
Auch anorganisch ordnet der Konzern seine Beteiligungen. Bei dem Augsburger Getriebehersteller Renk baute KNDS seine Position kürzlich aus. Nach einem Streit mit dem Finanzinvestor Triton über behördliche Freigaben einigten sich die Parteien auf einen Kompromiss. KNDS hält nun knapp 16 Prozent an Renk, verzichtete aber auf die ursprünglich geplante Sperrminorität.
Das Zeitfenster für die Sommer-Emission schließt sich schnell. Die Entscheidung der Bundesregierung über den eigenen Anteilseinstieg gilt als zwingende Voraussetzung für das Listing. Räumt PwC die Bilanzbedenken zeitnah aus, bleibt der Fahrplan für Juni oder Juli intakt. Verzögert sich die Prüfung weiter, droht eine Verschiebung in den Herbst.
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