Die Europäische Kommission hat den Weg für den Börsengang von KNDS freigemacht. Der deutsche Staat darf ohne Auflagen bei dem Rüstungskonzern einsteigen. Damit fällt die letzte große Hürde vor dem geplanten IPO in diesem Sommer.
Berlin plant einen massiven Einstieg. Die Bundesregierung will zunächst 40 Prozent der Anteile übernehmen. Mittelfristig soll dieser Anteil auf rund ein Drittel sinken. Analysten bewerten den Panzerbauer aktuell mit etwa 20 Milliarden Euro.
Der Staat als Ankeraktionär stabilisiert das anstehende Börsendebüt. KNDS rüstet sich derweil für einen massiven Ausbau der Kapazitäten. Bis zum Ende des Jahrzehnts plant das Management Tausende neue Stellen.
Konkret sollen bis zu 5.000 Arbeitsplätze entstehen. Das stärkt auch bestehende Standorte. Allein in Kassel fertigen derzeit rund 2.400 Beschäftigte wichtige Komponenten für die Landsysteme.
Neue Panzer-Generation in Paris
Parallel zu den Vorgängen in Brüssel präsentiert KNDS seine technologische Zukunft. Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris zeigte das Unternehmen den neuen Kampfpanzer CAPINT. Er dient als Brückentechnologie, bis das europäische Großprojekt MGCS startet.
Das Modell kombiniert ein modifiziertes Leopard-Fahrgestell mit einem modernen ASCALON-Turm. Ein erster Demonstrator soll bis 2030 fertig sein. Die Serienproduktion startet voraussichtlich Mitte des nächsten Jahrzehnts.
Auch bei der Abwehr rüstet der Konzern auf. Das Joint Venture EuroTrophy stellte ein neues aktives Schutzsystem vor. Es erkennt Drohnen über ein spezielles Radar und ist direkt in den Leopard 2 integriert.
Für weiteres Wachstum sorgt eine neue Allianz in Griechenland. KNDS kooperiert mit dem Rüstungsunternehmen EODH beim Bau des Radpanzers Boxer. Die Partner peilen über zehn Jahre ein Umsatzvolumen von bis zu 200 Millionen Euro an. EODH baut dafür eine neue Fabrik für Robotik und Künstliche Intelligenz.
Warten auf die Preisspanne
Die rechtlichen Hürden sind nun aus dem Weg geräumt. Investoren warten jetzt auf die offizielle Preisspanne für den Börsengang. Das Management nennt die Details in den kommenden Sommerwochen.
Die Auftragsbücher sind bereits prall gefüllt. Die Folge: Die deutsche Bundeswehr plant den Kauf von mindestens 75 weiteren Leopard-Panzern. Das sichert dem Unternehmen eine solide Basis für den Sprung aufs Parkett.
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