KNDS zeigt auf den diesjährigen Journées Nationales de l’Infanterie in Draguignan, wohin die Reise der Landstreitkräfte geht: vernetzt, robotisiert und zunehmend drohnengestützt. Der Rüstungskonzern stellt dort heute ein ganzes Bündel an Neuheiten vor. Im Zentrum steht die Antwort auf die Anforderungen hochintensiver Gefechte.
Drohnenkit und robotisierter Panzer
Das Dronised Function Kit (KFD) soll sich auf jede Landplattform montieren lassen. Es besteht aus einer Aufbewahrungseinheit, hybrider Kommunikationstechnik und einem offenen, modularen Führungssystem. Entwickelt wurde es mit Partnern, die Fahrzeuge um Aufklärungs-, Wirkungs- und Kommunikationsfunktionen erweitern.
Mit dem Partner S2M präsentiert KNDS zudem REFURBOT. Das Projekt macht aus einem AMX-32-Panzer eine unbemannte Plattform, deren Funktionen sich aus der Ferne steuern lassen. Ausgerüstet ist sie mit dem ferngesteuerten Turm ARX25 und KI-Modulen für autonome Fahrfunktionen.
Dazu kommt eine generische Führungsstation für Loitering Munition, etwa die MT-10 von KNDS France. Die Kamikazedrohne trägt einen 550-Gramm-Brandsprengkopf, fliegt bis zu 10 Kilometer weit und bleibt rund 30 Minuten in der Luft. Sie startet aus einem Rohr oder senkrecht.
Funk und Roboterfamilie
Die Funklösung PHORIO wurde zuvor bereits auf der Messe DSA 2026 in Malaysia gezeigt. Sie überträgt Steuerdaten, Sprache und Livevideo parallel und arbeitet mit Frequenzsprung und Störschutz. Als softwaredefiniertes Funkgerät lässt sie sich per Update erweitern, ohne Hardwaretausch. Für Streitkräfte verlängert das die Nutzungsdauer.
Das Roboterportfolio reicht vom Mikroroboter NERVA-LG, der sich in weniger als einer Minute werkzeuglos umrüsten lässt, bis zu schweren Systemen. Der CENTURIO X20 wiegt zwei bis drei Tonnen und trägt eine ferngesteuerte 20-Millimeter-Kanone. Die Plattform Tusker übernimmt Logistik, Transport und Unterstützung von Kampfgruppen.
Einordnung
Für die Marktseite sind das keine unmittelbaren Auftragsmeldungen, sondern Produktschaufenster. Sie zeigen aber, wo KNDS Wachstum sucht: bei unbemannten Systemen und Vernetzung, die zusätzlich zum klassischen Plattformgeschäft laufen. Die Basis ist solide. 2025 erzielte der Konzern rund 4,4 Milliarden Euro Umsatz, der Auftragsbestand lag Ende Dezember bei 33,1 Milliarden Euro. Gut 40 Armeen nutzen KNDS-Technik, darunter 24 europäische.
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