Der Weg an die Börse ist frei. KNDS bringt sein duales Listing in Paris und Frankfurt auf die Schiene. Nach der Einigung im Haushaltsausschuss steht die endgültige Aktionärsstruktur fest. Deutschland und Frankreich agieren künftig auf Augenhöhe.

Der Bund steigt über die KfW massiv ein. Er übernimmt 40 Prozent der Anteile von der deutschen Wegmann-Holding. Parallel dazu reduziert der französische Staat seinen Anteil auf exakt das gleiche Niveau. Das Ziel: eine perfekte Machtbalance.

Der Börsengang umfasst rund 20 Prozent des Kapitals. KNDS gibt dabei keine neuen Aktien aus. Die Papiere gehen im Rahmen einer Privatplatzierung ausschließlich an institutionelle Investoren. Privatanleger bleiben außen vor.

Eiserne Kontrolle und goldene Aktien

Beide Staaten sichern ihre nationalen Sicherheitsinteressen strikt ab. Sie etablieren spiegelbildliche „Goldene Aktien“ für die strategischen Anlagen. Außerdem binden sich Deutschland und Frankreich für zehn Jahre an das Unternehmen. Diese Sperrfrist garantiert Stabilität für Großinvestoren.

Der Verwaltungsrat wächst künftig auf zwölf Köpfe. KfW und Frankreich entsenden jeweils drei Vertreter. Den Rest bilden der CEO und unabhängige Direktoren. Langjährige Aktionäre erhalten obendrein doppelte Stimmrechte.

Volle Auftragsbücher, sinkende Marge

Marktbeobachter bewerten den Rüstungskonzern auf 15 bis 20 Milliarden Euro. Ein Rekord-Auftragsbestand von über 33 Milliarden Euro stützt diese Summe.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete KNDS einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis erreichte 661 Millionen Euro. Für das laufende Jahr peilt das Management ein Umsatzwachstum von rund 30 Prozent an.

Die Gewinnmarge fällt in diesem Jahr allerdings auf etwa 12 Prozent. Hohe Kosten für den Produktionsausbau und den Börsengang belasten das Ergebnis. Mittelfristig will KNDS den Umsatz auf bis zu 12 Milliarden Euro schrauben. Die Marge soll dann bei 15 Prozent liegen.

Expansion in die Autoindustrie

Der Konzern bereitet sich auf die nächste Wachstumsphase vor. Die europäische Nachfrage nach Rüstungsgütern steigt rasant. KNDS verhandelt aktuell mit großen Automobilherstellern. Das Unternehmen sucht zusätzliche Produktionsstätten für seine gepanzerten Fahrzeuge.

Mit einem erwarteten Streubesitz von 20 Prozent positioniert sich KNDS klar am Kapitalmarkt. Der Konzern wird nach Abschluss der Transaktion zum größten reinen Landrüstungs-Champion an den europäischen Börsen.