Europas größter Landwaffenhersteller steht vor seinem wohl bedeutendsten Schritt: einem Doppellisting in Frankfurt und Paris. Bevor die Bücher öffnen, tobt jedoch ein Machtkampf um die künftige Eigentümerstruktur — und ein Wirtschaftsprüfer verweigert noch seine Unterschrift.
IG Metall fordert mehr als eine Sperrminorität
Die KfW-Bank prüft derzeit den Erwerb eines Anteils von knapp über 25 Prozent an KNDS — genug für eine strategische Sperrminorität. Der IG Metall reicht das nicht. Jürgen Kerner, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft, fordert eine gleichwertige Beteiligung Berlins, um „deutsche Technologie und Arbeitsplätze zu sichern“. Deutschland dürfe „den richtigen Moment nicht verpassen“.
Kerner macht seine Position unmissverständlich klar: Selbst wenn Frankreich seinen Anteil unter 40 Prozent senken würde, sei eine Sperrminorität von 25 Prozent nicht ausreichend. Andernfalls drohe Deutschland, im Zuge des Börsengangs die Kontrolle über ein Schlüsselunternehmen zu verlieren.
KNDS gehört derzeit je zur Hälfte der französischen Staatsseite und den deutschen Familieneigentümern des früheren Krauss-Maffei Wegmann. Diese wollen ihren gesamten Anteil über den Börsengang veräußern — geplant für Juni oder Juli. Ohne staatliche Beteiligung Berlins bliebe Paris als einziger Regierungsaktionär zurück.
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Industrieller Umbau für künftige Aktionäre
Während die politischen Verhandlungen laufen, treibt KNDS seinen industriellen Umbau voran. In einer Partnerschaft mit dem Automobilzulieferer Dräxlmaier sollen die Produktionszyklen für die Missionsmodule des Radpanzers Boxer von Wochen auf wenige Tage verkürzt werden. Am Standort München-Allach läuft bereits eine neue Fertigungslinie mit zehn Antriebsmodulen pro Monat — bis Ende des Jahrzehnts soll der Ausstoß auf das Sechsfache steigen.
Die Bundeswehr erwägt Bestellungen von bis zu 3.000 Fahrzeugen. Solche Stückzahlen sind mit klassischen Rüstungsfertigungsmethoden kaum zu stemmen — weshalb KNDS gezielt auf Automobillogik setzt.
Zur Absicherung der Lieferkette hat KNDS den Antriebsspezialisten Texelis Defense übernommen und in KNDS Mobility umbenannt. Das Auftragsbuch umfasst unter anderem den Leopard 2A8, den Serval, Caesar-Artillerieexporte sowie Lieferungen des Panzerhaubitzensystems RCH 155 an die Ukraine. Im Jahr 2024 sicherte sich KNDS Neuaufträge im Wert von 11,2 Milliarden Euro, der Auftragsbestand wuchs auf rund 23,5 Milliarden Euro, der Umsatz kletterte auf 3,8 Milliarden Euro.
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Wirtschaftsprüfer als Nadelöhr
Das größte Hindernis ist kein politisches. Wirtschaftsprüfer PwC verweigert bislang das Testat für den Jahresabschluss 2025 — wegen einer laufenden Korruptionsuntersuchung. Ohne zertifizierten Abschluss ist kein Prospekt möglich, kein Börsengang denkbar.
Der Vorstand hat eine unabhängige Untersuchung mit externen Anwälten eingeleitet. Bislang fanden sich keine Hinweise auf strafbares Verhalten aktueller oder ehemaliger Mitarbeiter. KNDS rechnet damit, dass das Testat im Mai 2026 vorliegt — das ließe noch ein enges Zeitfenster für einen Börsengang im Sommer. Einige Beteiligte halten jedoch eine Verschiebung auf Jahresende für möglich.
Als globale Koordinatoren sind Bank of America, Deutsche Bank, Goldman Sachs und Société Générale mandatiert. Bei einer Bewertung von bis zu 25 Milliarden Euro und einem möglichen Erlös von rund 5 Milliarden Euro aus dem Anteilsverkauf wäre das Listing eines der größten Europas in diesem Jahr — sofern Prüfer und Politik rechtzeitig liefern.
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