Noch vor wenigen Tagen galt der Börsengang als gefährdet. Heute zeichnet sich eine Einigung ab — und der Zeitplan ist ambitioniert.
Kreisen zufolge haben sich die deutschen Eigentümerfamilien Bode und Braunbehrens bereit erklärt, 40 Prozent ihrer KNDS-Anteile an die Bundesregierung zu verkaufen. Die Transaktion würde den Panzerhersteller mit 15 bis 18 Milliarden Euro bewerten. Die formelle Bekanntgabe soll noch heute erfolgen; die offizielle Ankündigung des Börsengangs an den Plätzen Frankfurt und Paris ist für Dienstag geplant.
Was der Staat sich sichert
Hinter dem Einstieg steckt mehr als ein Finanzinvestment. Laut einem vertraulichen Sachstandsbericht des Bundesverteidigungsministeriums sichert sich der Bund mit der 40-Prozent-Beteiligung eine Sperrminorität — und damit Einfluss bei zentralen Personalentscheidungen. Frankreich, das bislang über seine Regierungsbeteiligung maßgeblichen Einfluss hatte, soll Deutschland in der Hauptversammlung künftig gleichwertige Stimmrechte einräumen.
Ferner sind sogenannte Golden Shares an drei deutschen KNDS-Tochtergesellschaften für je einen Euro geplant. Damit will Berlin nach eigenen Angaben „die gleichen Rechte wie Frankreich“ sicherstellen. Beide Länder dürfen je drei Mitglieder in das Aufsichtsgremium entsenden und besitzen ein gegenseitiges Vetorecht bei allen übrigen Besetzungen.
Mittwoch als nächste Hürde
Der Haushaltsausschuss des Bundestages stimmt am Mittwoch über ein Vertragspaket zur künftigen Führungsstruktur ab. Steht bis dahin auch der Kaufvertrag mit den Eigentümerfamilien, dürfte KNDS unmittelbar danach eine sogenannte „Intention to Float“ einreichen — die formelle Börsenmeldung, die für einen Handelsstart noch im Juli zwingend nötig ist.
KNDS produziert unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2 und die Panzerhaubitze 2000 und entstand 2015 aus der Fusion von Krauss-Maffei Wegmann mit dem französischen Rüstungskonzern Nexter. Ein erfolgreicher Abschluss am Mittwoch würde den Weg für einen der größten europäischen Rüstungs-IPOs der jüngeren Geschichte freimachen.
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