KNDS Aktie: PwC blockiert Prospekt bis Katar-Bericht vorliegt

Fehlendes Testat der Wirtschaftsprüfer und politische Hürden gefährden den geplanten Börsengang des Rüstungskonzerns im Sommer.

KNDS Aktie
Kurz & knapp:
  • PwC verweigert Testat für 2025er Bilanz
  • Staatliche KfW hält 40 Prozent Anteil
  • Auftragsbestand erreicht 33,1 Milliarden Euro
  • Börsendebüt verschiebt sich in den Herbst

KNDS bereitet den Sprung aufs Parkett vor. Das Rüstungsunternehmen plant ein Doppellisting in Frankfurt und Paris. Ein altes Waffengeschäft bringt den Zeitplan nun ins Wanken.

Die Bilanz für das Jahr 2025 trägt noch keine Unterschrift. Wirtschaftsprüfer PwC verweigert das Testat. Die Prüfer verlangen erst den Abschlussbericht der Kanzlei Freshfields. Diese untersucht ein Rüstungsgeschäft mit Katar aus dem Jahr 2013. Ohne testierte Zahlen gibt es keinen Börsenprospekt. Die Folge: Der Zeitplan wackelt.

KNDS sieht die interne Untersuchung weit fortgeschritten. Bisher fanden die Anwälte keine Beweise für kriminelles Verhalten. Das anvisierte Zeitfenster für Juni oder Juli schließt sich trotzdem rasant. September gilt nun als Ausweichtermin.

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Staat behält die Kontrolle

Die künftige Eigentümerstruktur bremst die Euphorie zusätzlich. Deutschland übernimmt über die staatliche KfW-Bank einen Anteil von 40 Prozent. Frankreich hält bereits ein exakt gleich großes Paket. Damit bleibt zum Handelsstart nur ein Fünftel der Aktien für freie Anleger.

Die geringe Streubesitzquote dürfte die Aufnahme in wichtige Indizes erschweren. Auch das tägliche Handelsvolumen leidet darunter. Berater taxieren den Gesamtwert des Konzerns mittlerweile auf 18 bis 20 Milliarden Euro. KNDS will beim Börsengang rund fünf Milliarden Euro einsammeln. Der Schritt dient vor allem der deutschen Eigentümerfamilie Wegmann als Ausstieg.

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Volle Auftragsbücher

Operativ glänzt der Rüstungsbauer. Der Umsatz kletterte im vergangenen Jahr um knapp 16 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Der operative Gewinn erreichte 661 Millionen Euro.

Diese Zahlen garantieren eine lange Auslastung der Werke. Das Auftragspolster wuchs massiv an und liegt nun bei 33,1 Milliarden Euro. Das entspricht mehr als dem Siebenfachen des Jahresumsatzes. Die Munitionssparte wuchs dabei mit fast 25 Prozent am stärksten.

Ein politischer Streit in Berlin blockiert den Prozess zusätzlich. Die Bundesregierung ringt um den genauen Zeitpunkt des staatlichen Einstiegs. Löst sich dieser Knoten nicht zügig, platzt der Sommertermin endgültig. Dann verschiebt sich das Debüt in den Herbst.

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