Armin Papperger will Europas Rüstungslandschaft neu ordnen. Der Rheinmetall-Chef verhandelt hinter den Kulissen über eine Beteiligung an KNDS — dem franco-deutschen Hersteller des Leopard-2-Nachfolgers und des Leclerc. Allerdings hat Berlin bereits vorgegriffen.
Deutschland und Frankreich haben sich darauf geeinigt, vor dem geplanten Börsengang im Sommer je 40 Prozent an KNDS NV zu übernehmen. Das Unternehmen wird aktuell mit 18 bis 20 Milliarden Euro bewertet — ein deutlicher Rückgang gegenüber früheren Schätzungen von bis zu 25 Milliarden Euro. Der IPO ist für Juni oder Juli geplant.
Pappergers Vorstoß prallt auf staatliche Mauern
Rheinmetall-Chef Papperger hat nach Reuters-Informationen Gespräche mit deutschen Politikern und Vertretern der KfW geführt. Er prüft mehrere Optionen: den Kauf eines signifikanten Anteils von der deutschen Unternehmerfamilie, die bislang 50 Prozent an KNDS hält, oder alternativ den Erwerb der deutschen KNDS-Sparte — des früheren Krauss-Maffei Wegmann, das den Großteil des Konzernumsatzes beisteuert.
Das strukturelle Problem ist offensichtlich. Wenn Berlin und Paris je 40 Prozent halten, bleibt für externe Investoren kaum Spielraum. Mittelfristig wollen beide Regierungen ihre Anteile auf je 30 Prozent reduzieren — doch bis dahin entsteht ein staatlich abgesicherter, börsennotierter Konkurrent, der Rheinmetall direkt im Kerngeschäft herausfordert.
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Mehrere Bieter, ein klarer Favorit
Rheinmetall ist nicht der einzige Interessent. Der Munitionshersteller CSG NV hat der deutschen Eigentümerfamilie laut Financial Times ein überwiegend in bar finanziertes Kaufangebot vorgelegt. Die Aktionäre priorisieren jedoch den Börsengang und die Beteiligung des deutschen Staates.
Parallel kursieren Berichte über KNDS-Interesse an der Verteidigungssparte von Iveco, die zum Verkauf steht. Auch Leonardo und CSG sollen das Geschäft beobachten.
Starke Zahlen, gestutzter Wert
Die Fundamentaldaten von KNDS sind beeindruckend. Der Auftragseingang erreichte 2024 mit 11,2 Milliarden Euro einen Rekord — ein Plus von mehr als 40 Prozent gegenüber 2023. Der Auftragsbestand kletterte auf rund 23,5 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg von 3,3 auf 3,8 Milliarden Euro.
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Dass die Berater die Bewertung dennoch nach unten korrigierten, dürfte mit dem veränderten Wettbewerbsumfeld zusammenhängen: Ein staatlich gestützter Konkurrent, der direkt nach dem IPO mit frischem Kapital ausgestattet ist, verändert die Marktdynamik — auch für Rheinmetall-Aktionäre.
Renk-Paket schafft Liquidität
Um die eigene Bilanz vor dem Börsengang zu bereinigen, trennt sich KNDS von einem Teil seiner Renk-Beteiligung. Das Unternehmen platzierte 5,8 Millionen Renk-Aktien zu 44,95 Euro je Stück — einem Abschlag von 2,8 Prozent auf den Vortagesschlusskurs. Der Erlös beläuft sich auf rund 269 Millionen Euro. Die Nachfrage deckte das Angebot kurz nach Lancierung vollständig ab.
Die entscheidende Frage der kommenden Wochen lautet, ob Pappergers politische Gespräche noch Früchte tragen — oder ob die deutsch-französische Staatsarchitektur externe Konsolidatoren endgültig aus dem Rennen wirft, bevor der Startschuss für Europas bedeutendsten Rüstungs-IPO fällt.
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