Koalition plant neue Steuer auf Plastikverpackungen

CDU/CSU und SPD kalkulieren 2027 mit 805 Millionen Euro Einnahmen; ab 2028 sollen jährlich knapp 1,5 Milliarden Euro folgen.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Abgabe von 550 Euro je Tonne geplant
  • Start der Kunststoffabgabe ab Juli 2027
  • Rezyklat-Verpackungen können Befreiung beantragen
  • Knapp 1,5 Milliarden Euro ab 2028 erwartet

Auf Unternehmen in Deutschland kommt eine neue finanzielle Belastung beim Verpackungsmaterial zu. Die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD planen ab Juli 2027 eine Abgabe auf Kunststoffverpackungen von 550 Euro je Tonne. Ziel der Initiative ist es, den Verbrauch von Kunststoffen spürbar zu senken und zugleich neue Einnahmen für den Bundeshaushalt zu generieren.

Milliarden für die Bundeskasse

Hintergrund der Initiative ist das hohe Müllaufkommen. Im Jahr 2023 fielen bundesweit rund drei Millionen Tonnen an Kunststoffverpackungsabfällen an. Die Koalition kalkuliert für die Anfangsphase mit einer steuerpflichtigen Menge in ähnlicher Größenordnung, rechnet im Zeitverlauf infolge der Verteuerung allerdings mit einem Rückgang.

Finanziell bringt das Vorhaben dem Bund erhebliche Mittel. Im Jahr der Einführung werden zusätzliche Steuereinnahmen von rund 805 Millionen Euro veranschlagt. Ab 2028 soll die Abgabe der Staatskasse dann jährlich knapp 1,5 Milliarden Euro einbringen.

Breite Erfassung entlang der Lieferkette

Die Steuer wird fällig bei der Herstellung, der Einfuhr oder dem Verbringen der Materialien nach Deutschland. Erfasst werden klassische Folien, Transportmittel, Deckel, Verschlüsse und Kapseln sowie Verbundverpackungen. Voraussetzung für die Steuerpflicht ist, dass der enthaltene Kunststoffanteil über fünf Prozent liegt.

Für die Wirtschaft gibt es allerdings eine klare Ausnahme: Verpackungen aus recyceltem Kunststoff sollen auf Antrag von der Steuer befreit werden. Privatpersonen bleiben bei einer Weitergabe der betroffenen Waren ebenfalls abgabenfrei. Mit dem Gesetzesvorhaben, das auf einem Regierungsbeschluss aus dem Juli basiert, soll ab Mitte 2027 der wirtschaftliche Druck steigen, auf alternative Werkstoffe und Recyclingmaterialien umzustellen.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.