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Kobalt – Angebotsdefizit und hohe Nachfrage treiben Preisanstieg

Bis Anfang 2016 verharrte der Kobaltpreis jahrelang unter einem Niveau von 35 000 USD pro Tonne. Doch seitdem ist er geradezu explodiert. Aktuell wird Kobalt an der London Metal Exchange für 60 000 USD pro Tonne gehandelt. Dies ist der höchste Stand seit fast 10 Jahren. Allein im August stieg Kobalt um mehr als 14% und ein Ende des Preisanstiegs scheint nicht in Sicht.

Der Hauptgrund für den rasanten Anstieg liegt in der zunehmenden Elektrisierung unseres Lebens. Kobalt ist dafür ein wichtiger Rohstoff. Ein Alltag ohne Smartphone oder Fernbedienung ist nicht mehr vorstellbar. Die hier am häufigsten verwendeten Lithium Ionen Batterien verwenden für ihre Elektronen Kobalt.

Generell werden aktuell circa 50% der gesamten jährlichen Kobalt Produktion für Batterien verwendet. Der Rest verteilt sich auf Legierungen, Magneten, Farben und Lacke sowie andere Materialien.

Kobalt – Angebotsdefizit und hohe Nachfrage

Es ist allerdings ein zusätzlicher Treiber, der für die langfristig überproportional hohe Nachfrage von Kobalt verantwortlich sein dürfte: die erwartete Elektrisierung des Mobilitätsektors. Nicht erst seit dem Dieselskandal wird damit gerechnet, dass es in nicht allzu ferner Zukunft zu einer deutlichen Zunahme von Automobilen mit elektrischem Antrieb kommen wird. Bei Fahrrädern sind E-Bikes bereits das am schnellsten wachsende Segment. Für Elektroautos und E-Bikes werden Batterien benötigt, welche Kobalt enthalten.

Die US Investmentbank Alliance Bernstein hat errechnet, dass bis 2035 ein Kobalt Bedarf von jährlich 680 000 Tonnen gedeckt werden muss. Eine unglaublich hohe Summe, wenn man bedenkt, dass im Jahr 2016 knapp 94 000 Tonnen an Kobalt raffiniert wurden. Auch wenn die Prognose von Bernstein eventuell zu aggressiv ist, so ist es doch sehr wahrscheinlich, dass eine hohe Kobalt Nachfrage in den nächsten Jahren garantiert sein sollte.

50% der jährlichen Kobalt Förderung wird in China veredelt. Der Rest verteilt sich auf Länder wie Finnland, Belgien, Sambia, Japan, Kanada, Russland und Madagaskar.

Gefördert wird Kobalt vornehmlich in der Demokratischen Republik Kongo. In 2016 waren es 66 000 Tonnen von insgesamt 123 000 Tonnen, also mehr als 50% der Gesamtförderung. Der afrikanische Staat gilt als politisch instabil und somit müssen die Importeure mit Unwägbarkeiten zurecht kommen. Die kongolesische Regierung plant einen immer größeren Teil der Wertschöpfung im eigenen Land zu lassen. Gleichzeitig entsteht ein Druck von außen, dass die teilweise unmenschlichen Bedingungen bei der Förderung verbessert werden. Somit wird auch auf der Angebotsseite ein Preisdruck auf das Metall entstehen.

Falls die Prognosen der Experten auch nur teilweise eintreten, ist mit einem Rückgang des Kobaltpreises kaum zu rechnen. Eher das Gegenteil: es ist sogar noch Luft nach oben.

 

Bis zum nächsten Mal,

Ihr Nils Glasmacher

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