Der Schweizer Spezialist für automatisierte Kabelverarbeitung Komax hat am heutigen Donnerstag eine deutliche Trendwende bei der Auftragslage gemeldet. Getrieben durch eine starke Nachfrage aus der Rechenzentrums-Branche verzeichnete das Unternehmen im ersten Halbjahr 2026 einen massiven Anstieg der Bestellungseingänge.
Anleger reagieren euphorisch auf die Zahlen: Die Aktie notiert aktuell bei 78,30 Euro, was einem Kurssprung von 20 Prozent entspricht. Damit hat sich das Papier bereits um 76 Prozent von seinem 52-Wochen-Tief bei 44,40 Euro erholt, das noch Ende Juni markiert worden war.
Erholung beim Auftragseingang trotz Umsatzrückgang
Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Bestellungseingang der Komax Gruppe um 12,2 Prozent auf 311,4 Millionen Schweizer Franken. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatten die Bestellungen noch bei 277,4 Millionen Schweizer Franken gelegen. Dieser Zuwachs führte zu einem Auftragsbestand von 183,1 Millionen Schweizer Franken per Ende Juni.
Der Umsatz ging hingegen leicht um 2,8 Prozent auf 272,4 Millionen Schweizer Franken zurück, was das Unternehmen primär auf negative Währungseffekte in Höhe von 4,4 Prozent zurückführte. Organisch verzeichnete Komax jedoch ein Plus von 1,6 Prozent.
Die Profitabilität auf operativer Ebene zeigte deutliche Anzeichen einer Besserung. Das bereinigte Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf 16,5 Millionen Schweizer Franken, womit eine Marge von 6,1 Prozent erzielt wurde. Dies stellt eine signifikante Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert von 7,7 Millionen Schweizer Franken dar.
Dennoch belasten Sondereffekte das berichtete Ergebnis: Einmalige Kosten für das laufende Strukturprogramm drückten das ausgewiesene EBIT deutlich nach unten.
Sparprogramm „Uplift“ belastet kurzfristiges Konzernergebnis
Das Unternehmen setzt derzeit das Programm „Uplift“ um, das die Kostenbasis nachhaltig senken soll. Seit dem Jahr 2024 hat Komax seine Kosten bereits um mehr als 25 Millionen Schweizer Franken reduziert. Im aktuellen Berichtszeitraum fielen jedoch Einmaleffekte in Höhe von 14,9 Millionen Schweizer Franken an.
In der Folge wies die Gruppe ein berichtetes EBIT von lediglich 1,6 Millionen Schweizer Franken aus. Unter dem Strich stand ein Reinverlust nach Steuern von 5,0 Millionen Schweizer Franken, nach einem Minus von 3,5 Millionen im Vorjahreszeitraum.
Trotz des Nettoverlustes konnte der Free Cashflow mit 7,2 Millionen Schweizer Franken wieder in den positiven Bereich gedreht werden. Im Vorjahr war dieser Wert mit minus 2,0 Millionen Schweizer Franken noch negativ ausgefallen.
Die Nettoverschuldung sank leicht auf 104,9 Millionen Schweizer Franken, während die Eigenkapitalquote mit 52,1 Prozent stabil blieb. Das Management erwartet ab dem Jahr 2027 durch die aktuellen Maßnahmen zusätzliche jährliche Kosteneinsparungen von bis zu 10 Millionen Schweizer Franken.
Rechenzentren kompensieren Schwäche im Automobilsektor
Ein wesentlicher Treiber für die positive Auftragsentwicklung ist die Region Nord- und Südamerika, in der der Umsatz um 17,1 Prozent zulegte. Hier profitierte Komax massiv vom Ausbau der Infrastruktur für Rechenzentren. Diese Entwicklung hilft dem Unternehmen, die anhaltende Schwäche im klassischen Automobilsektor abzufedern.
Der Anteil des Automobilgeschäfts am Gesamtumsatz sank im ersten Halbjahr auf nunmehr 57 Prozent. In anderen Regionen blieb das Umfeld schwierig: Der Umsatz in Asien-Pazifik ging um 17,4 Prozent zurück, während Europa ein Minus von 8,6 Prozent verzeichnete.
Die Analysten von Vontobel werten die Zahlen als Bestätigung für eine Trendwende bei den Auftragseingängen, die vor allem durch die hohe Nachfrage aus dem Bereich der Rechenzentren gestützt werde. Die UBS zeigte sich in einer ersten Einschätzung vorsichtiger und merkte an, dass für das Erreichen der Erwartungen für das Jahr 2027 eine weitere kontinuierliche Erholung der Bestellungen notwendig sei.
Für das Gesamtjahr 2026 peilt Komax einen Umsatz zwischen 580 und 600 Millionen Schweizer Franken sowie ein EBIT in einer Spanne von 16 bis 20 Millionen Schweizer Franken an. Zudem beteiligte sich das Unternehmen mit 40 Prozent an der KTK GmbH, einem Spezialisten für Crimpwerkzeuge, um das Portfolio weiter zu stärken.
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