Nach tagelangem Ausverkauf hat sich der südkoreanische Aktienmarkt am Freitag deutlich erholt. Der KOSPI kletterte um 5,76 Prozent — die stärkste Tagesbewegung seit Wochen und ein klares Kontrastprogramm zum massiven zweitägigen Rückgang, der dem Sprung vorausging.

Auslöser der Erholung waren schwächer als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten. Sie dämpften die Sorge vor einer Beschleunigung der Inflation über steigende Löhne und verbesserten damit die Stimmung an den Börsen weltweit. Niedrigere Ölpreise gaben zusätzlichen Rückenwind.

Samsung treibt die Rally

Den größten Beitrag zur Erholung lieferte Schwergewicht Samsung. Ein Bericht, wonach das KI-Unternehmen Anthropic mit dem Konzern über die Produktion eines maßgeschneiderten Halbleiters verhandelt, beflügelte die Aktie und zog den Gesamtmarkt mit nach oben. Für einen Index, der zuletzt stark unter Zweifeln an der Speicherchip-Nachfrage gelitten hatte, ist das ein bemerkenswertes Signal — auch wenn ein einzelner Bericht noch keine Trendwende garantiert.

Der Blick auf die Wochenbilanz relativiert die Euphorie allerdings. Trotz des kräftigen Tagesgewinns notiert der KOSPI auf Wochensicht weiterhin im Minus. Die Erholung gleicht damit bislang nur einen Teil der vorangegangenen Verluste aus.

Auch andere asiatische Märkte profitierten vom besseren US-Sentiment. Der japanische Nikkei 225 legte um 1,47 Prozent auf 69.744,06 Punkte zu, tendierte auf Wochensicht aber ebenfalls etwas leichter. Chinesische Börsen zogen an, gestützt von einem Dienstleistungs-Einkaufsmanagerindex, der die Erwartungen übertraf.

Ob sich die Erholung fortsetzt, hängt an zwei Stellschrauben: Der Iran-Konflikt darf nicht eskalieren, und die anstehenden Notenbanksitzungen gegen Monatsende dürfen die Stimmung nicht erneut kippen. Für den KOSPI bleibt die Ausgangslage nach den jüngsten Verlusten fragil — der Freitag hat lediglich einen ersten Teil des Schadens repariert.