Eine unerwartete Zinserhöhung der Zentralbank und ein heftiger Ausverkauf im Technologiesektor führten dazu, dass der Leitindex KOSPI zeitweise mehr als sechs Prozent verlor. Die hohe Volatilität zwang die Börsenaufsicht dazu, den Handel über Notfallmechanismen wie sogenannte Sidecars kurzzeitig einzuschränken.
Zinswende und Geopolitik belasten die Stimmung
Die Bank of Korea (BOK) hob den Leitzins überraschend um 25 Basispunkte auf 2,75 % an. Wie UPI und die Korea JoongAng Daily berichten, handelt es sich um die erste Zinserhöhung seit dreieinhalb Jahren. BOK-Gouverneur Shin Hyun-song begründete den Schritt mit der Inflationsrate, die im Juni bei 3,2 % lag, sowie der Rekordverschuldung der privaten Haushalte. Das Gremium traf die Entscheidung zur Straffung der Geldpolitik einstimmig und signalisierte bereits mögliche weitere Anhebungen.
Zusätzlich belasteten geopolitische Spannungen das Marktumfeld. Berichte über US-Militärschläge gegen Ziele im Iran sorgten für Verunsicherung und drückten die Kurse weltweit. Inmitten dieser Turbulenzen schloss der KOSPI am Donnerstag bei einem Stand von 6.835,10 Punkten. Trotz des jüngsten Rücksetzers notiert der Index im Vergleich zum Jahresbeginn noch immer mit 58,60 % im Plus.
Kollaps der Halbleiter-Schwergewichte
Besonders stark gerieten die für den KOSPI maßgeblichen Technologiewerte unter Druck. Die Aktie von Samsung Electronics brach um 8,77 % auf 255.000 Won ein. Noch deutlicher traf es den Speicherchiphersteller SK hynix, dessen Papiere laut Seoul Economic Daily um 11,53 % auf 1.842.000 Won absackten. Ausländische Investoren stießen Netto-Positionen im Wert von 1,38 Billionen Won ab, während institutionelle Anleger Verkäufe in Höhe von 2,37 Billionen Won tätigten. Kleinanleger traten hingegen mit Käufen von 3,66 Billionen Won als Kontrahenten auf.
Der kräftige Kursverlust markiert eine deutliche Korrektur nach der vorangegangenen Rallye. Aktuell weist der KOSPI einen Abstand von -27,17 % zu seinem 52-Wochen-Hoch auf, das er noch im Juni 2026 erreicht hatte.
Regulierungsbehörden verschärfen ETF-Regeln
Als Reaktion auf die extremen Marktbewegungen kündigten die Finanzdienstleistungskommission (FSC) und die Korea Exchange drastische Maßnahmen für den Handel mit gehebelten Einzelaktien-ETFs an. Diese Produkte, die insbesondere Kursbewegungen von Samsung Electronics und SK hynix verstärken, wurden für die erhöhte Volatilität mitverantwortlich gemacht. Ab dem 5. August wird die Mindesteinlage für den Handel mit solchen Derivaten von 10 Millionen Won auf 30 Millionen Won in bar verdreifacht.
Laut Yonhap News Agency werden Neuzulassungen für diese gehebelten Produkte vorerst ausgesetzt und Werbemaßnahmen verboten. Ab November soll zudem die kleinste handelbare Einheit auf 20 Anteile heraufgesetzt werden. Die Behörden reagieren damit auch auf den Umstand, dass im laufenden Jahr bereits über 30 Mal Sidecars und sieben Mal Circuit Breaker ausgelöst wurden, um den Markt zu stabilisieren. Die FSC schätzt, dass die Marktkapitalisierung dieser spekulativen Produkte durch die neuen Hürden auf etwa ein Drittel schrumpfen wird.
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