Kupfer: Rekordvorräte bremsen Rally

Kupfernotierungen nahe Jahreshoch trotz massiver physischer Lagerbestände. Strukturelle Angebotsengpässe durch Dekarbonisierung und KI-Boom stützen langfristig das Preisniveau.

Kupfermarkt Aktie
Kurz & knapp:
  • Lagerbestände erreichen höchsten Stand seit 2003
  • Langfristige Nachfrage durch KI und Energiewende
  • Angespannte Versorgung nach Minenproblemen
  • Entscheidend ist Abfluss der Vorräte

Kupfer pendelt nahe seinem Jahreshoch, doch der physische Markt sendet ambivalente Signale. Während der Hunger auf das Metall durch den Bau von KI-Rechenzentren und die globale Energiewende langfristig gewaltig bleibt, quellen die weltweiten Lagerhäuser derzeit förmlich über.

Physisches Überangebot trifft auf Zukunftsfantasie

Die Vorräte an den Börsen in London, New York und Shanghai summierten sich zuletzt auf über 1,1 Millionen Tonnen – den höchsten Stand seit dem Jahr 2003. Allein an der London Metal Exchange (LME) flossen innerhalb von 24 Stunden fast 4.000 Tonnen zusätzlich in die Depots. Mit einem aktuellen Kurs von 6,03 USD notiert der Markt zwar rund 22 % über seinem 52-Wochen-Tief, bleibt jedoch durch das massive Angebot kurzfristig gedeckelt. Vor allem in China stiegen die privaten Vorräte zuletzt auf rund 531.700 Tonnen an, was das Aufwärtspotenzial trotz einer anziehenden Importnachfrage begrenzt.

Doch wie lange können diese Puffer die strukturellen Lücken im globalen Angebot noch überdecken? Die Versorgungslage bleibt angespannt, da bedeutende Förderstätten wie die indonesische Grasberg-Mine nach massiven Erdrutschen im vergangenen Jahr weiterhin nicht mit voller Kapazität arbeiten. Zudem stabilisierte ein Urteil des US-Supreme Court den Handel: Extreme Zollsätze auf chinesische Metallimporte wurden durch eine globale Abgabe von 10 % ersetzt, was den grenzüberschreitenden Austausch berechenbarer macht.

Strukturelle Defizite stützen das Preisniveau

Strategisch wandelt sich Kupfer zunehmend vom klassischen Konjunkturindikator zu einem unverzichtbaren Asset für die Dekarbonisierung. Die fortschreitende Elektrifizierung und der enorme Kupferbedarf für Künstliche Intelligenz sorgen für eine Entkoppelung vom allgemeinen Wirtschaftszyklus. Da neue Minenprojekte oft Jahrzehnte an Vorlauf benötigen, bilden diese langfristigen Engpässe einen stabilen Boden für den Preis, der seit Jahresbeginn bereits um knapp 6 % zulegen konnte.

Entscheidend für die kommenden Wochen wird das Tempo sein, mit dem die chinesischen Verarbeiter ihre Produktion nach den Feiertagen hochfahren. Marktteilnehmer achten nun primär darauf, ob die globalen Lagerbestände beginnen abzufließen. Sollte dieser Abbau eintreten, rückt das für die zweite Jahreshälfte 2026 prognostizierte chronische Angebotsdefizit endgültig in den Fokus der Preisbildung.

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