Das französische Energieunternehmen La Française de l’Energie (FDE) blickt trotz eines leichten Umsatzrückgangs im abgelaufenen Geschäftsjahr optimistisch in die Zukunft. Während die Erlöse für das Jahr 2026 moderat nachgaben, setzt die Konzernführung auf eine massive Expansion im kommenden Jahr. Treiber dieser Entwicklung sollen vor allem neue Kapazitäten im Bereich der CO2-armen Energiegewinnung und strategische Zukäufe in Nordeuropa sein.

An der Börse reagierten Anleger dennoch zurückhaltend auf die jüngsten Geschäftszahlen. Der Aktienkurs von La Française de l’Energie gab heute um 7,00 Prozent nach und notiert aktuell bei 25,90 Euro. Damit bewegt sich der Wert nur noch hauchdünn über seinem 52-Wochen-Tief von 25,80 Euro, von dem ihn derzeit lediglich ein Abstand von 0,39 Prozent trennt.

Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2026

Für das Geschäftsjahr 2026 wies das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 29,1 Millionen Euro aus. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, in dem noch 30,4 Millionen Euro erwirtschaftet wurden. Die Entwicklung in den einzelnen Geschäftsfeldern verlief dabei jedoch höchst unterschiedlich.

Besonders positiv entwickelte sich das Segment für Gasverkäufe. Hier konnte FDE den Umsatz um 14 Prozent auf 9,2 Millionen Euro steigern. Medienberichten zufolge war dies vor allem auf ein deutlich gestiegenes Absatzvolumen zurückzuführen, das um 30 Prozent auf 228 Gigawattstunden (GWh) kletterte. Dieser Volumenzuwachs konnte den Rückgang des durchschnittlichen Verkaufspreises, der von 46 Euro auf 40 Euro pro Megawattstunde sank, mehr als kompensieren.

Im Gegensatz dazu verzeichnete der Bereich Stromproduktion einen Erlösrückgang auf 11,7 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch 12,9 Millionen Euro erzielt worden waren. Trotz eines leichten Anstiegs der produzierten Menge auf 139 GWh belastete hier ein um 10 Prozent gesunkener Durchschnittspreis von 84 Euro pro Megawattstunde das Ergebnis. Auch die Aktivitäten in Norwegen trugen mit 7,8 Millionen Euro weniger zum Gesamtumsatz bei als im Vorjahr (8,8 Millionen Euro).

Fokus auf Biogas und Kraft-Wärme-Kopplung

Für das Geschäftsjahr 2027 hat sich das Management ehrgeizige Ziele gesetzt und strebt ein Umsatzwachstum von mehr als 25 Prozent an. Ein wesentlicher Baustein dieser Strategie ist die Übernahme der Biogasanlage Romerike Biogassanleg in der Nähe von Oslo, die zum 30. Juni 2026 abgeschlossen wurde. Das Unternehmen erwartet, dass dieser Standort im kommenden Jahr bereits mehr als 5 Millionen Euro zum Umsatz beisteuern wird.

Zusätzlich setzt FDE auf den Ausbau seiner Kraft-Wärme-Kopplungs-Flotte in Frankreich. Im Laufe des Jahres 2026 wurden bereits 16 neue Einheiten bestellt, die sukzessive in Betrieb gehen sollen. Diese Anlagen nutzen Grubengas zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme, was die Abhängigkeit von schwankenden Marktpreisen verringern und die Eigenversorgung stärken soll. Parallel dazu treibt das Unternehmen die Exploration von natürlichem Wasserstoff in der Region Moselle voran, wo derzeit das Projekt PTH-2 im Fokus steht.

Ambitionierte Ziele bis 2030

Langfristig verfolgt La Française de l’Energie eine klare Wachstums- und Nachhaltigkeitsstrategie. Bis zum Jahr 2030 soll der Jahresumsatz auf über 175 Millionen Euro steigen. Beim operativen Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) wird ein Zielwert von mehr als 85 Millionen Euro angestrebt.

Neben den rein finanziellen Kennzahlen betont das Unternehmen seine Rolle bei der Dekarbonisierung. FDE hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 jährlich die Emission von mehr als 20 Millionen Tonnen CO2 zu vermeiden. Die detaillierten geprüften Jahresergebnisse für 2026 wird das Unternehmen voraussichtlich am 20. Oktober 2026 veröffentlichen. Bis dahin wird das Augenmerk der Marktteilnehmer vor allem darauf liegen, wie schnell die neu integrierten Anlagen in Norwegen und Frankreich die angekündigten Wachstumsbeiträge liefern können.