Lagarde sieht steigende Anleiherenditen als Inflationsbremse

Christine Lagarde sieht in steigenden Langfristzinsen weniger Preisdruck; für Dezember rechnen Märkte mit einem EZB-Leitzins von 2,75 Prozent.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Langfristzinsen dämpfen die Konjunktur
  • Höhere Finanzierungskosten belasten Schuldner
  • EZB hob Leitzinsen bereits zweimal an
  • Märkte erwarten weiteren Zinsschritt im Dezember

Der weltweite Ausverkauf an den Anleihemärkten strafft die Kreditbedingungen im Euroraum schneller als gedacht. Für EZB-Präsidentin Christine Lagarde dämpfen die gestiegenen langfristigen Zinsen das Wirtschaftswachstum und verringern den Preisdruck. Dennoch steuert die Notenbank auf eine weitere Zinserhöhung im Dezember zu. Vorgesehen ist ein Schritt auf 2,75 Prozent.

Teurere Kredite belasten Schuldner

Die Renditen für Staatsanleihen kletterten in den vergangenen Wochen spürbar. Besonders hochverschuldete Länder wie Frankreich gerieten unter Druck. Neben Zweifeln an der Schuldentragfähigkeit facht der Investitionsboom rund um Künstliche Intelligenz die Konkurrenz um Kredite an. Vor Notenbankern und Finanzministern in Bangkok betonte Lagarde, dass die strafferen Bedingungen die Konjunktur verlangsamen. Verbraucher können höhere Spritpreise infolge des Iran-Kriegs dadurch schwerer verkraften als noch im September erwartet.

Uneinigkeit über weitere Zinsschritte

Innerhalb des EZB-Rats sorgt dieser dämpfende Markteffekt jedoch nicht für Beruhigung. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel betonte, die Arbeit an der Preisstabilität sei keineswegs getan. Weitere Zinsschritte seien denkbar. Ratsmitglied Olli Rehn verwies auf mögliche Folgewirkungen der teuren Energie auf Löhne und andere Güter. Anzeichen für solche Zweitrundeneffekte gibt es nach finnischer Einschätzung bislang nicht, das Risiko einer schleichenden Ausbreitung bleibt allerdings bestehen.

Die Europäische Zentralbank hat ihre Leitzinsen in den zurückliegenden Monaten bereits zweimal angehoben. An den Märkten wird für Dezember ein weiterer Schritt erwartet. Mit einem Zinsniveau von 2,75 Prozent würde die Geldpolitik restriktiv wirken und die Wirtschaft gezielt bremsen.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.