Rekordumsatz, Rekordgewinn, höhere Prognose: Lam Research liefert Zahlen, wie sie sich ein Ausrüster nur wünschen kann. Die Aktie fiel dennoch, denn die Anleger hatten offenbar noch mehr erwartet. In Asien rutschte der Titel zuletzt um rund 7 Prozent ab.

Starkes Quartal, getragen von Systemgeschäft

Der Umsatz im September-Quartal stieg auf 8,22 Milliarden Dollar, 22 Prozent mehr als im Vorquartal. Der Gewinn je Aktie erreichte 2,20 Dollar (bereinigt), nach 1,82 Dollar im Juni-Quartal. Die operative Marge kletterte auf 40,2 Prozent.

Treiber war das Systemgeschäft mit neuen Anlagen für Abscheidung, Ätzung und Reinigung. Es legte gegenüber dem Vorquartal kräftig zu und erreichte 5,73 Milliarden Dollar. Das Servicegeschäft blieb nahezu stabil bei knapp 2,5 Milliarden Dollar.

Konzernchef Tim Archer verwies auf die KI-getriebene Nachfrage nach Chips und die wachsende Komplexität der Bauteile. Lam wolle damit den Markt für Waferfertigungsausrüstung übertreffen.

China bleibt der größte Kunde

Geografisch dominiert China mit 35 Prozent des Umsatzes, gefolgt von Korea mit 20 Prozent und Taiwan mit 18 Prozent. Die USA kommen auf lediglich 8 Prozent. Die Abhängigkeit von Asien erklärt, warum die Aktie auf Stimmungswechsel in der Region so sensibel reagiert.

Finanziell steht der Konzern solide da. Der operative Cashflow lag bei knapp 3,5 Milliarden Dollar, die liquiden Mittel stiegen auf 7,45 Milliarden Dollar. Rund eine Milliarde Dollar floss in Aktienrückkäufe. Die erklärte Quartalsdividende beträgt 0,33 Dollar je Aktie, nach 0,26 Dollar zuvor.

Prognose reicht dem Markt nicht

Für das Dezember-Quartal peilt Lam einen Umsatz von 8,6 Milliarden Dollar an, plus/minus 400 Millionen. Das Ergebnis je Aktie soll bei 2,33 Dollar liegen, mit einer Marge von 40,5 Prozent. Marktteilnehmer stuften den Ausblick als schwächer ein als erwartet.

Der Zeitpunkt ist heikel. Der Nasdaq 100 verlor in der vergangenen Woche 5,5 Prozent, den stärksten Wochenverlust seit April 2025. Der Halbleiterindex Philadelphia Semiconductor beendete eine achttägige Verlustserie, die längste seit Oktober 2008. Anleger zweifeln, ob die gewaltigen Investitionen in Rechenzentren ausreichende Erträge abwerfen. Auch Samsung und SK Hynix gaben heute nach.

Für Lam zählt nun das Dezember-Quartal. Die Spanne von 8,2 bis 9,0 Milliarden Dollar markiert, was der Konzern bis Ende 2026 liefern will.