Ein Kurssturz von über 40 Prozent binnen 30 Tagen. Ein RSI-Wert von 17,5, der eine massive Überverkauft-Situation signalisiert. Jetzt meldet sich der Vorstand von Lang & Schwarz zu Wort und versucht, die Wogen zu glätten.
Trade Republic zieht sich zurück
Am 2. Juli 2026 kam die Nachricht, die den Kurs ins Rutschen brachte. Trade Republic stellt ihre Handelstechnologie um. Für das börsliche Market Making von Lang & Schwarz ist das ein herber Einschnitt.
Am 16. Juli 2026 folgte die offizielle Reaktion des Vorstands. Die Botschaft: Das Umfeld ändert sich, die Ambition bleibt.
Zwei Säulen, ein Problem
Lang & Schwarz stützt sein Geschäft auf zwei Standbeine. Nur eines davon trifft der Wegfall der Trade-Republic-Orderströme.
Das Geschäftsfeld Strukturierte Produkte läuft unabhängig davon. Hier erzielte das Unternehmen im ersten Halbjahr 2026 ein Handelsergebnis von rund 30 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch knapp 20 Millionen Euro.
Der Treiber: die eigene Emissionstätigkeit. Lang & Schwarz brachte im ersten Halbjahr über 75.000 neue Produkte auf den Markt, fast doppelt so viele wie im Vorjahr mit knapp 45.000.
Neues Handelsmodell ohne Zeitplan
Für das angeschlagene Market-Making-Geschäft hat der Vorstand bereits im März 2026 ein Konzept vorgestellt. Kern ist ein Multi-Market-Maker-Modell. Mehrere Wertpapierdienstleister sollen künftig gemeinsam Liquidität bereitstellen.
Konkrete Zahlen dazu liefert das Unternehmen bisher nicht. Der Vorstand räumt selbst ein: Die bisherigen Orderströme lassen sich wohl nicht vollständig ersetzen. Eine verlässliche Prognose zu Handelsumsatz und Handelsergebnis sei aktuell nicht möglich.
Das Unternehmen strebt eine Umsetzung bis Ende 2026 an. Wegen laufender Abstimmungen mit den beteiligten Partnern will die Gesellschaft aber vorerst keine weiteren Details nennen. Ergänzend verweist der Konzern auf seine Kapitalbasis als Polster in der Umbruchphase — konkrete neue Finanzkennzahlen dazu nennt er allerdings nicht.
Markt bleibt skeptisch
Die Stellungnahme hat den Ausverkauf bislang nicht gestoppt. Die Aktie notiert bei 15,80 Euro und damit nur gut 10 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 14,35 Euro, das erst am 14. Juli erreicht wurde. Zum 52-Wochen-Hoch von 29,70 Euro liegt die Lücke bei fast 47 Prozent.
Die kommenden Wochen dürften zeigen, wie schnell Lang & Schwarz belastbare Details zum Multi-Market-Maker-Modell liefert. Entscheidend wird sein, wie viele Partner sich dem neuen Handelsmodell tatsächlich anschließen — und wie stark sie den Wegfall der Trade-Republic-Orderströme kompensieren können.
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