Lanxess Aktie: Preisoffensive gegen Gegenwind

Lanxess Aktie

Berenberg hat das Kursziel für Lanxess gesenkt — und trotzdem schloss die Aktie die vergangene Woche im Plus. Hinter dieser Diskrepanz steckt eine Geschichte über einen Konzern, der mit aggressiven Preiserhöhungen versucht, ein schwieriges Turnaround-Jahr zu meistern.

Die Privatbank stufte Lanxess am Freitag weiterhin mit „Hold“ ein, senkte das Kursziel jedoch von 18 auf 17 Euro. Als Begründung nannten die Analysten geopolitische Spannungen im Nahen Osten, die den Jahresstart belastet haben. Hinzu kommt: Aktuelle Daten zu Shortselling-Positionen zeigen, dass spekulative Anleger weiterhin auf fallende Kurse setzen — ein Zeichen dafür, dass das Vertrauen in eine schnelle Erholung begrenzt bleibt.

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Preiserhöhungen von bis zu 30 Prozent

Das Management hat mit einer breiten Preisoffensive reagiert. Bis Ende März wurden Preise für anorganische Pigmente sowie für Produkte im Bereich Microbial Control — darunter Wirkstoffe, Konservierungsmittel und Desinfektionsmittel — um bis zu 30 Prozent angehoben. Kurz zuvor hatte Lanxess bereits Flammschutzmittel, Weichmacher und Spezialadditive verteuert.

Der Hintergrund: Preisdruck aus Asien und volatile Rohstoffkosten haben das Ergebnis 2025 erheblich belastet. Der Konzernumsatz sank im vergangenen Geschäftsjahr um knapp 11 Prozent auf 5,67 Milliarden Euro, das EBITDA vor Sondereinflüssen fiel um 16,9 Prozent auf 510 Millionen Euro. Die Dividende wurde auf symbolische 0,10 Euro je Aktie zusammengestrichen. Immerhin: Der Verkauf des Geschäftsbereichs Urethane Systems half, die Nettofinanzverschuldung um 15 Prozent auf rund 2,02 Milliarden Euro zu drücken.

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Erholung frühestens im zweiten Halbjahr

CEO Matthias Zachert dämpft die Erwartungen an eine rasche Wende. Positive Impulse erwartet er frühestens ab Sommer — unter anderem getragen durch das Infrastrukturpaket der Bundesregierung, das die Nachfrage in relevanten Kundenindustrien ankurbeln soll. Zusätzlich zu den Preismaßnahmen hat Lanxess dauerhafte Kostensenkungen von rund 100 Millionen Euro eingeleitet.

Die Jahresprognose für 2026 sieht ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 450 und 550 Millionen Euro vor — eine breite Spanne, die die Unsicherheit über den weiteren Verlauf widerspiegelt. Ob die Preiserhöhungen am Markt tatsächlich durchgehalten werden können und die Nachfragebelebung im Sommer eintritt, wird darüber entscheiden, ob Lanxess die obere oder untere Hälfte dieser Prognose erreicht.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.