Lenovo hat am heutigen Montag in Hongkong ein neues Rekordhoch erreicht. Die Aktie kletterte im Tagesverlauf auf HK$28,88 und schloss nahe diesem Niveau bei rund HK$29 – ein Plus von 3,2 Prozent.

Der Hang Seng Index insgesamt legte um 1,05 Prozent auf 25.937 Punkte zu, getragen auch von Alibaba und Xiaomi. Für Lenovo bedeutet der Sprung einen weiteren Baustein in einer Rally, die den Konzern seit Jahresbeginn zu einem der auffälligsten Werte am chinesischen Technologiemarkt gemacht hat.

Die Marktkapitalisierung des Konzerns hat inzwischen die Marke von umgerechnet rund 350 Milliarden Hongkong-Dollar überschritten – ein Vielfaches des Standes von etwa 100 Milliarden Hongkong-Dollar, von dem aus die Aktie ihren Aufstieg begann. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Kursplus auf mehr als 220 Prozent, allein im August kamen bislang mehr als 22 Prozent hinzu, seit Mai summiert sich der Anstieg auf rund 154 Prozent.

Quartalsbericht am Donnerstag im Fokus

Der eigentliche Nachrichtentreiber liegt jedoch noch vor den Anlegern: Lenovo wird am Donnerstag, dem 13. August, die Zahlen für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2026/27 veröffentlichen.

Morgan Stanley rechnet in seiner Prognose mit einem Umsatz von 24 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, und einem bereinigten Nettogewinn von 788 Millionen US-Dollar – mehr als eine Verdopplung. Die Bank hat ihr Kursziel auf HK$34 angehoben.

Referenzpunkt für die Erwartungen ist das vierte Quartal des vorangegangenen Geschäftsjahres, das Lenovo am 22. Mai vorgelegt hatte: Der bereinigte Nettogewinn hatte sich damals auf 559 Millionen US-Dollar verdoppelt, die Aktie legte an jenem Tag um 19,77 Prozent zu.

Das Server- und Infrastrukturgeschäft ISG erzielte einen operativen Gewinn von 202 Millionen US-Dollar bei einer Marge von 3,6 Prozent. Im anstehenden Bericht richtet sich der Blick vor allem darauf, ob die bereinigte Nettomarge des Konzerns die Marke von 3 Prozent erreichen kann – nach 2,6 Prozent im Vorquartal und 2,1 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Zusätzlichen Rückenwind liefert ein Auftragsbestand für KI-Server von 21 Milliarden US-Dollar, der als Indikator für die künftige Nachfrage im Infrastrukturgeschäft gilt.

Starke Stellung im chinesischen PC-Markt

Abseits der Servergeschäfte zeigt sich Lenovos Position auch im klassischen PC-Markt robust. Während Apples Mac-Auslieferungen in China im ersten Quartal um 9 Prozent auf rund 800.000 Einheiten zurückgingen, kommt Lenovo dort auf einen Marktanteil von 31 Prozent, deutlich vor Huawei mit 16 Prozent und Apple mit 9 Prozent. Diese Marktstellung bildet neben dem Servergeschäft die zweite Säule, auf die sich Analysten bei ihren Bewertungen stützen.

Deutscher Handel bestätigt den Trend

Auch im Frankfurter Handel spiegelt sich die Dynamik: Die Lenovo-Aktie notiert aktuell bei 3,17 Euro, ein Tagesplus von 2,09 Prozent. Damit liegt der Kurs nur noch 1,09 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 3,21 Euro, das ebenfalls am heutigen Handelstag markiert wurde.

Seit Jahresbeginn steht für die Aktie im europäischen Handel ein Plus von 208,22 Prozent zu Buche – ein Wert, der die enorme Neubewertung des Konzerns unterstreicht, die sich in den vergangenen Monaten rund um das Server- und KI-Geschäft vollzogen hat. Mit dem Quartalsbericht am Donnerstag steht nun der nächste Härtetest an, ob sich diese Neubewertung fundamental untermauern lässt.