Lenovo setzt ein deutliches Signal. Ab Juli will der chinesische Technologiekonzern die Preise über sämtliche Produktkategorien anheben. Die offizielle Mitteilung an die Händler soll noch im Juni erfolgen. Diese sollen ihre Bestellungen frühzeitig planen und sich zu aktuellen Konditionen eindecken können.

Für Anleger ist das Timing auffällig. Lenovos Aktie hat in den vergangenen Monaten eine beeindruckende Rally hingelegt. Der Kurs schloss am Freitag bei 2,69 Euro – ein Wochenplus von gut 8 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf stolze 154 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt der Gewinn bei knapp 170 Prozent.

Rekordquartal befeuert Kurssprung

Die Rally fußt auf soliden Fundamentaldaten. Im Mai legte Lenovo die Zahlen für das vierte Quartal und Gesamtjahr 2025/26 vor. Der Konzernumsatz stieg im Schlussquartal um 27 Prozent auf 21,6 Milliarden US-Dollar – der höchste Wert für ein viertes Quartal in der Firmengeschichte. Der bereinigte Nettogewinn verdoppelte sich auf 559 Millionen Dollar.

Haupttreiber ist das KI-Geschäft. Die entsprechenden Erlöse schnellten im vierten Quartal um 84 Prozent nach oben und machten 38 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Auch die Sparte Infrastrukturlösungen schrieb erstmals schwarze Zahlen.

Das Kursfeuerwerk hat den RSI auf 64,9 Punkte getrieben – nahe der überkauften Zone, aber noch unter der kritischen Schwelle. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 1,80 Euro, der aktuelle Kurs knapp 49 Prozent darüber.

Preisschritt als Vertrauensbeweis

Die geplanten Preiserhöhungen dürften die Margen weiter stützen. Lenovo profitiert zudem von seinem breiten Aufstellungs-Portfolio: Neben dem traditionellen PC-Geschäft setzt der Konzern verstärkt auf KI, Infrastruktur und Dienstleistungen. Das Rekordhoch von 2,96 Euro – erreicht am 1. Juni – ist nur neun Prozent entfernt. Die Preisanpassungen könnten den letzten Schub liefern, um diese Marke erneut zu testen.