Lenovo geriet gestern im Sog schwacher Technologiewerte in Hongkong unter Druck: Die Aktie verlor 6,8%. Medienberichten zufolge belasteten Zweifel an den Erträgen hoher KI-Investitionen den Sektor. Als Hintergrund wurden enttäuschende Ergebnisse von Alphabet sowie die Schwäche amerikanischer PC- und Technologiewerte genannt.

Sektordruck trifft auf Verwässerungssorgen

Ein heutiger Medienbericht verwies außerdem auf eine gestiegene Zahl leerverkaufter Lenovo-Aktien. Am Mittwoch lag diese bei 35,564 Millionen, nach 27,178 Millionen am 22. Oktober.

Bereits am 20. Oktober senkte Citi das Kursziel für Lenovo von HK$50 auf HK$40. Das Analysehaus begründete den Schritt mit einer möglichen Verwässerung durch Wandelanleihen und Optionsscheine, behielt aber seine Kaufempfehlung bei.

Daneben berichtete Bloomberg am 21. Oktober, Lenovo strebe einen Kredit über US$2 Milliarden mit fünfjähriger Laufzeit an. Dieser solle eine frühere Kreditfazilität refinanzieren. Der neue Kredit werde mit einem Aufschlag von 75 Basispunkten auf den Referenzzins SOFR vermarktet. Lenovo und die im Bericht genannten koordinierenden Banken lehnten eine Stellungnahme ab.

Ein Bericht vom 22. Oktober führte den damaligen Kursrückgang unter anderem auf den berichteten Refinanzierungsplan, die Kurszielsenkung und den breiteren Ausverkauf bei Hongkonger Technologiewerten zurück.

Lenovo wirbt mit wirtschaftlichem KI-Nutzen

Lenovo erweiterte am 22. Oktober seine AI Library um validierte KI-Anwendungsfälle für Unternehmen und Forschungsergebnisse. Nach Unternehmensangaben sollen Organisationen damit bis zu 24-mal schneller messbare Geschäftsergebnisse erreichen können als mit individuell entwickelten Implementierungen.

Eine von Lenovo beauftragte Analyse von Signal65 bezifferte die möglichen Kostenvorteile je Token auf bis zu 70% gegenüber den Preisen für Hyperscaler-Programmierschnittstellen. Diese Aussage gilt bei voller Auslastung.