Italiens Regierung hat Roberto Cingolani als Chef des Rüstungskonzerns Leonardo abgesetzt — und damit eine Debatte über politische Einflussnahme, strategische Kurskorrektur und Aktionärsinteressen ausgelöst. Der Nachfolger steht bereits fest. Am 7. Mai entscheidet die Hauptversammlung.
Rüstung statt Technologie: Der Grund für den Wechsel
Das Wirtschaftsministerium, das rund 30 Prozent an Leonardo hält, hat Lorenzo Mariani als Kandidaten für den CEO-Posten nominiert. Mariani leitet derzeit die italienische Einheit des europäischen Raketenherstellers MBDA — einem Unternehmen, an dem Leonardo selbst mit 25 Prozent beteiligt ist. Er ist kein Unbekannter: Vor seinem Wechsel zu MBDA war er Co-Generaldirektor bei Leonardo, faktisch Cingolani direkt untergeordnet.
Der strategische Hintergrund des Wechsels ist klar. Cingolani hatte Leonardo zunehmend auf nicht-kinetische Programme ausgerichtet — also Technologien jenseits klassischer Waffensysteme. Angesichts der laufenden Aufrüstungsprogramme in Europa sah die Regierung offenbar Korrekturbedarf. „Hochintensive, großangelegte Konflikte bestimmen die Agenda“, sagte ein Analyst. „Konventionelle Rüstung steht bei Streitkräften und Unternehmen ganz oben.“
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Aktionäre kritisieren den Schritt
Der Wechsel kam ohne offizielle Begründung der Meloni-Regierung — und stieß auf scharfe Kritik. Aktivistischer Investor Guy Wyser-Pratte warnte vor politischer Einmischung, die Aktionäre schädige und das Marktvertrauen untergrabe. Oppositionspolitiker Carlo Calenda nannte die Entscheidung „absurd“, Cingolani ohne Erklärung aus einem sensiblen Sektor zu drängen, in dem er bei Investoren und Partnern geschätzt gewesen sei.
Dabei hatte Cingolani durchaus geliefert: Unter seiner dreijährigen Führung vervierfachte sich der Aktienkurs, getrieben vom europäischen Rüstungsboom nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs. Die Aktie verlor nach Bekanntwerden des Abgangs mehr als fünf Prozent — hat sich seitdem aber stabilisiert. Auf Sieben-Tage-Sicht steht ein Plus von gut zwei Prozent, auf Jahressicht liegt das Papier rund 28 Prozent im Plus.
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Was die Hauptversammlung entscheidet
Am 7. Mai trifft sich Leonardo in Rom zur ordentlichen Hauptversammlung. Auf der Tagesordnung stehen neben der Verabschiedung des Jahresabschlusses 2025 und einer Dividende von 0,63 Euro je Aktie vor allem die Neubesetzung des Aufsichtsrats — inklusive der formalen Bestätigung Marianis als CEO. Als neuer Verwaltungsratsvorsitzender ist Francesco Macrì vorgesehen, der bisherige nicht-geschäftsführende Direktor.
Offen bleibt, wie Mariani mit dem im März präsentierten Wachstumsplan umgeht. Leonardo hatte angekündigt, den jährlichen Auftragseingang bis 2030 von zuletzt 23,8 Milliarden Euro auf 32 Milliarden Euro zu steigern. Parallel zu den Hauptversammlungsbeschlüssen werden im Mai auch die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 erwartet — der erste echte Test für die neue Führung.
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