Leonardo schließt den Mai mit zwei Signalen ab, die an der Börse normalerweise gut ankommen: einem neuen Großauftrag und einem Führungswechsel an der Spitze. Der italienische Luftfahrt- und Rüstungskonzern hat sich mit dem rumänischen Innenministerium auf zwei C-27J Spartan der Next-Generation-Baureihe geeinigt. Gleichzeitig hat Lorenzo Mariani offiziell als Chef von Leonardo übernommen.
Der Titel reagierte darauf am Freitag nur verhalten. Die Aktie beendete den Handel bei 54,20 Euro, fast unverändert zum Vortag. Auf Wochensicht liegt sie trotzdem klar im Plus. Das zeigt: Der Markt hat die gute Auftragslage bereits weitgehend eingepreist.
Rumänien bestellt neue Spartan
Die beiden C-27J Spartan Next Generation stärken Rumäniens Flotte für taktische Transporte und zivile Schutzaufgaben. Für Leonardo ist der Auftrag mehr als nur ein weiterer Einzeldeal. Er bestätigt, dass die Plattform in Osteuropa weiter gefragt bleibt.
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Vor allem die Luftfahrtsparte liefert seit Monaten verlässliche Impulse. Sie gehört zu den wichtigsten Wachstumstreibern im Konzern und stützt die Profitabilität spürbar. In einem Umfeld, in dem viele Rüstungswerte auf volle Auftragsbücher verweisen, bleibt genau dieser Punkt zentral.
Mariani übernimmt in Rekordphase
Mariani tritt sein Amt in einer Phase an, in der Leonardo operativ stark dasteht. Im ersten Quartal stiegen die Neuaufträge um 31 Prozent auf 9 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand liegt inzwischen bei rund 57 Milliarden Euro. Das gibt dem neuen Chef reichlich Planungssicherheit.
Sein Vorgänger Roberto Cingolani hat die Neuausrichtung mitgeprägt. Mariani übernimmt nun ein Unternehmen, das auf europäische Verteidigungsallianzen und mehr industrielle Verzahnung setzt. Dazu passt die geplante Integration des übernommenen Verteidigungsgeschäfts von Iveco Group, das Leonardo im März für 1,6 Milliarden Euro gekauft hat.
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Viel Fantasie im Hintergrund
Auch strategisch bleibt der Konzern aktiv. Über das Joint Venture LBA Systems mit Baykar sollen neue Drohnenmodelle entstehen, erste Konzepte sollen in den kommenden Wochen vorgestellt werden. Parallel dazu laufen Gespräche über einen möglichen M-346F-Auftrag für Indonesien, der die Luftfahrt-Sparte zusätzlich stärken könnte.
An der Börse bewegt sich die Aktie derzeit in einer engen Spanne. Sie notiert knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 55,25 Euro und liegt deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 72,4 signalisiert allerdings bereits überhitzte Tendenzen. Dazu kommt eine hohe Volatilität von knapp 36 Prozent.
Im Juni steht nun die Dividende an. Leonardo zahlt 0,16 Euro je Aktie, der Ex-Tag soll im kommenden Monat liegen. Für den weiteren Kursverlauf dürfte vor allem wichtig werden, ob aus der vollen Pipeline im zweiten Quartal auch neue harte Aufträge werden.
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