Die italienische Luftwaffe bereitet den Kauf neuer unbemannter Flugsysteme vor, an deren Fertigung der Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Leonardo maßgeblich beteiligt ist. Geplant ist Medienberichten zufolge die Anschaffung von sechs bewaffneten Drohnen des Modells Astore Levante. Die Montage der Fluggeräte übernimmt LBA Systems, ein Gemeinschaftsunternehmen von Leonardo und dem türkischen Drohnenhersteller Baykar.
Der Chef der italienischen Luftwaffe stellte die Zertifizierung der Drohnen für Ende 2026 oder Anfang 2027 in Aussicht. Das Vorhaben unterstreicht die wachsende Bedeutung internationaler Partnerschaften für Leonardo beim Ausbau unbemannter und moderner militärischer Kapazitäten.
Drohnenprogramm und Standortentwicklung in Italien
Für das Gemeinschaftsunternehmen LBA Systems bedeutet das Beschaffungsvorhaben einen wichtigen Meilenstein im Heimatmarkt. Die Kooperation bündelt die Erfahrungen von Baykar bei bewaffneten Drohnenplattformen mit der System- und Elektronikkompetenz von Leonardo. Die geplante Einflottung durch die Streitkräfte soll die luftgestützten Überwachungs- und Einsatzfähigkeiten erweitern.
Parallel zu den militärischen Projekten prüft Leonardo Anpassungen im industriellen Netzwerk in Italien. Nach Angaben des italienischen Industrieministeriums bekundete der Konzern seine Bereitschaft, sich an der Reindustrialisierung eines ehemaligen Beko-Standorts in Siena zu beteiligen. Leonardo zieht dabei in Betracht, dort eine industrielle Präsenz aufzubauen und einen bedeutenden Teil der Belegschaft zu übernehmen.
Technologische Initiativen und Marktlage
Neben neuen Drohnensystemen und Strukturprojekten treibt das Unternehmen auch Spezialtechnologien für das Training und den Weltraumsektor voran. In Sesto Calende eröffnete Leonardo kürzlich ein neues Gebäude zur Entwicklung und Fertigung von Hubschrauber-Flugsimulatoren. Zudem arbeitet der Konzern mit Unibap Space Solutions zusammen, um deren Bordcomputer-Plattform iX20 für weltraumgestützte Aufklärungs- und Überwachungsmissionen anzupassen.
An der Börse spiegeln sich die operativen Entwicklungen in einem verhaltenen Kursverlauf wider. Die Leonardo-Aktie beendete den Handel gestern mit einem Abschlag von 1,0 Prozent bei 47,10 Euro. Damit bleibt der Titel mit einem Abstand von 29 Prozent spürbar unter seinem 52-Wochen-Hoch von 66,24 Euro, das im März markiert worden war. Die neuen Rüstungsprojekte im Heimatmarkt bieten dem Konzern nun zusätzlichen operativen Rückhalt für die kommenden Geschäftsjahre.
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