Roberto Cingolani hat den Aktienkurs vervierfacht und Rekordaufträge eingesammelt. Dennoch muss der CEO des italienischen Rüstungskonzerns Leonardo seinen Stuhl räumen. Die Regierung in Rom forciert einen harten Kurswechsel und tauscht die Führungsspitze aus.
Staat erzwingt Strategiewechsel
Das italienische Wirtschafts- und Finanzministerium macht seinen Einfluss geltend. Mit einem Anteil von gut 30 Prozent am Unternehmen nominierte der Staat Lorenzo Mariani als neuen Vorstandschef. Er soll Cingolani ersetzen, dessen Mandat regulär ausläuft. Insidern zufolge stört sich die Regierung an Cingolanis Strategie, den Fokus von klassischen kinetischen Waffensystemen abzuwenden. Mariani, ein ehemaliger Marineoffizier und aktueller Co-Generaldirektor, soll Leonardo nun wieder stärker auf traditionelle Rüstungsgüter ausrichten.
Der scheidende Chef hinterlässt große Fußstapfen. Unter seiner Führung erlebte das Unternehmen einen massiven Aufschwung. Erst im vergangenen Monat stellte Leonardo mittelfristig jährliche Auftragseingänge von 32 Milliarden Euro in Aussicht. An der Börse notiert das Papier aktuell bei 58,15 Euro. Seit Jahresbeginn verzeichnen Anleger damit ein Kursplus von knapp 14 Prozent.
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Hauptversammlung als Formsache
Am 7. Mai kommt es auf der Hauptversammlung in Rom zum formalen Akt. Neben der staatlichen Liste reichte eine Gruppe institutioneller Investoren einen Gegenentwurf ein. Diese Aktionäre bündeln allerdings nur rund ein Prozent des Kapitals. Ein Sieg der staatlich gestützten Kandidaten gilt angesichts der Mehrheitsverhältnisse als sicher. Francesco Macrì soll dabei den Posten des Verwaltungsratschefs übernehmen.
Das neue Management übernimmt das Ruder in einem äußerst lukrativen Marktumfeld. Europäische Staaten fahren ihre Militärausgaben massiv hoch. Der freie Cashflow der größten europäischen Rüstungskonzerne kletterte laut Fitch Ratings zuletzt auf einen Rekordwert von über acht Milliarden Euro. Die Abstimmung Anfang Mai wird den Führungswechsel endgültig besiegeln — und damit Leonardos strategische Ausrichtung für die kommenden Jahre festschreiben.
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