Kyobo Securities hat das Kursziel für LG Electronics auf einen Schlag fast verdoppelt – von 180.000 auf 350.000 KRW. Die Kaufempfehlung bleibt bestehen. Grund ist die Erwartung eines massiven Gewinnsprungs im zweiten Quartal.

Die Analysten rechnen mit einem operativen Gewinn von 1,5 Billionen KRW. Das wäre ein Plus von 135 Prozent zum Vorjahr. Der Markt hatte bisher nur mit knapp einer Billion gerechnet – die Prognose liegt über 50 Prozent über der Konsensschätzung. Der Umsatz soll um zehn Prozent auf 22,8 Billionen KRW steigen.

Drei Treiber für den Gewinnsprung

Ein wesentlicher Faktor: eine Steuerrückerstattung von rund 300 Milliarden KRW. Dazu kommt der Beitrag der Tochter LG Innotek mit 202 Milliarden KRW, die von günstigen Wechselkursen und starken Geschäften mit optischen Komponenten profitiert. Die Kernsparte Hausgeräte zeigt zudem eine strukturelle Erholung durch effizientere Logistik und Materialkosten. Die Fahrzeugkomponenten-Sparte schreibt das sechste Quartal in Folge schwarze Zahlen.

Der Wandel zum Wachstumstitel

LG Electronics wandelt sich zunehmend vom reinen Hardware-Produzenten zum Technologiekonzern. Im Fokus: Kühlsysteme für KI-Rechenzentren. Die Zertifizierungstests bei großen nordamerikanischen Tech-Konzernen stehen kurz vor dem Abschluss. Gehen die erwarteten Aufträge ein, könnte die Umsatzrealisierung innerhalb eines Jahres starten.

Parallel dazu vertieft LG die Zusammenarbeit mit Nvidia. Nach einem Treffen zwischen LG-Chef Koo Kwang-mo und Nvidia-CEO Jensen Huang Anfang Juni laufen Gespräche über die Integration von LG-Geschäftsfeldern in die Nvidia-Plattform. Robotik, autonomes Fahren und Rechenzentren stehen im Fokus. Weitere Aufträge oder Roadmaps für Hausgeräte und Robotertechnik werden für das zweite Halbjahr erwartet.

Ein neues Standbein ist der Einstieg in den Modulhaus-Markt. LG will hier seine Kernkompetenzen in Hausgeräten, KI und Klimatechnik bündeln – Partnerschaften mit dem schwedischen Anbieter SIBS und dem australischen Unternehmen Greater Homes sind bereits geschlossen.

Die Aktie notierte am Montag bei 227.500 KRW. Das liegt knapp sieben Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt, aber 52 Prozent unter dem Rekordhoch von 438.000 KRW Anfang Juni. Der RSI von 45,6 signalisiert eine neutrale Verfassung. Nach dem jüngsten Kursrückgang von über zehn Prozent in sieben Tagen könnte die Analystenprognose neuen Rückenwind geben – vorausgesetzt, der operative Gewinn des zweiten Quartals hält, was Kyobo Securities verspricht.