LG ElectronicsAktie: Gewinnsprung gefeiert!

LG Electronics investiert massiv in KI und baut sein Geschäft um. Wachstumsbereiche steuern mittlerweile 90 Prozent zum Gewinn bei, während neue Plattformen und Roboter vorgestellt werden.

LG Electronics Aktie
Kurz & knapp:
  • Massive Investitionen in KI und Zukunftstechnologien
  • Wachstumsbereiche steuern 90 Prozent zum Gewinn bei
  • Neue Haushaltsroboter und KI-Geräte vorgestellt
  • Strategischer Wandel vom Hardware- zum Plattformanbieter

Mit einer massiven Investitionsoffensive stellt LG Electronics die Weichen für die Zukunft. Auf der CES 2026 in Las Vegas präsentierte der südkoreanische Konzern seine KI-Strategie – und CEO Lyu Jae-chul kündigte einen tiefgreifenden Konzernumbau an. Die Botschaft ist klar: LG will nicht nur mithalten, sondern die Konkurrenz abhängen.

Die Zahlen sind beeindruckend: Über 40 Prozent mehr Budget für zukunftsträchtige Bereiche hat der Konzern für 2026 eingeplant. Das Geld fließt gezielt in KI-gesteuerte Smart Homes, Robotik, Kühlsysteme für KI-Rechenzentren und intelligente Fabriksysteme. Ein Teil der Mittel stammt aus dem Börsengang der indischen Tochtergesellschaft.

Haushaltsroboter und sprechende Kühlschränke

Herzstück der CES-Präsentation war der LG CLOiD, ein Haushaltsroboter, der live demonstrierte, wie er Mahlzeiten plant, ältere Menschen betreut und die Wäsche organisiert. Die Maschine verfügt über präzise Fingerfertigkeit und ist in die ThinQ-Plattform von LG integriert.

Doch das ist nur der Anfang. LG stattet seine Premium-Kühlschränke der SIGNATURE-Reihe mit KI-Sprachassistenten aus, die auf großen Sprachmodellen basieren. Kameras im Inneren erkennen Lebensmittel, schlagen Rezepte vor und empfehlen Ersatzzutaten. Der KI-gesteuerte Backofen identifiziert über 80 Gerichte automatisch und meldet per App, wenn das Brot den gewünschten Bräunungsgrad erreicht hat.

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Portfolio-Umbau zeigt Wirkung

Was CEO Lyu als „Drei-Säulen-Strategie“ bezeichnet, läuft bereits auf Hochtouren. Der Anteil wachstumsstarker Geschäftsbereiche am Gesamtumsatz kletterte von 29 Prozent (2021) auf 45 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2025. Noch dramatischer der Gewinnbeitrag: Von mageren 21 Prozent auf beachtliche 90 Prozent im selben Zeitraum.

Das Fahrzeuggeschäft steuert auf Rekordergebnisse zu, getrieben von der Nachfrage nach Software-definierten Fahrzeugen. Die HVAC-Sparte positioniert sich im Markt für KI-Rechenzentren-Kühlung. Und die Smart-Factory-Lösungen sicherten sich 2025 Aufträge im Wert von 500 Milliarden Won – nur zwei Jahre nach der Markteinführung.

Vom Hardware-Verkäufer zum Plattform-Anbieter

LG verschiebt systematisch seinen Schwerpunkt weg von reiner Hardware. Das Abo-Modell für Haushaltsgeräte knackte die Marke von 2 Billionen Won Jahresumsatz. Die webOS-Plattform läuft mittlerweile auf über 260 Millionen Geräten weltweit und wächst zweistellig. Sogar das Direct-to-Consumer-Geschäft zieht an: Die Online-Verkäufe stiegen im November 2025 – befeuert durch Black Friday – um über 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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KI-Transformation als Produktivitätshebel

Lyu setzt auf „AX“ – AI Transformation – als Gegenentwurf zur klassischen Digitalisierung. Statt einzelne Prozesse zu optimieren, will LG durchgängige, KI-gesteuerte Arbeitsabläufe etablieren. Ziel: 30 Prozent mehr Produktivität binnen zwei bis drei Jahren.

Der interne Chatbot LGenie entwickelt sich zur unternehmensweiten KI-Agentenplattform, basierend auf dem hauseigenen EXAONE-Modell und verknüpft mit Microsoft Azure AI, OpenAI und Google Gemini. Die Technologie kommt bereits in Entwicklung, Vertrieb, Lieferkette und Marketing zum Einsatz.

Geschwindigkeit als Überlebensfrage

„Die Paradigmen von Industrien und Wettbewerb verschieben sich in nie dagewesenem Tempo“, warnte CEO Lyu am 7. Januar 2026 vor koreanischen Medien in Las Vegas. Mit anderen Worten: Wer nur mithält, verliert. LG hat deshalb eine „Innovation Drive Division“ geschaffen, die direkt an den CEO berichtet und Durchbruchziele in Produktqualität, Kostenstruktur und Liefergeschwindigkeit überwacht.

Die Strategie ist klar umrissen: Fundamentale Wettbewerbsfähigkeit stärken, Portfolio-Umbau beschleunigen, profitables Wachstum absichern. Ob das reicht, um im gnadenlosen Wettbewerb mit Samsung, Sony und chinesischen Rivalen zu bestehen? Die kommenden Quartale werden es zeigen.

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Über Felix Baarz 1444 Artikel
Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.