Der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli dämpft seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr spürbar. Zum zweiten Mal senkte das Management die Prognose für das organische Umsatzwachstum im Jahr 2026 auf null bis zwei Prozent. Zuvor hatte der Konzern eine spürbar höhere Spanne angepeilt. Am Markt stieß die Nachricht auf deutliche Skepsis: Im deutschen Handel verliert das Papier heute 9,1 Prozent auf 8.255,00 Euro.
Nachfrageschwäche im deutschsprachigen Raum
Hauptgrund für die Drosselung der Erwartungen ist eine ausgeprägte Konsumzurückhaltung in den europäischen Kernmärkten. Vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz blieben die saisonalen Vorbestellungen für das anstehende Herbst- und Weihnachtsgeschäft hinter den internen Planungen zurück. Neben einer anhaltenden Preissensibilität der Verbraucher bremste zudem die sommerliche Hitzeperiode in Europa die Lust auf Süßwaren.
Um der Kaufzurückhaltung entgegenzuwirken, reagiert das Unternehmen mit gezielten Preiskorrekturen. In Deutschland wurden bereits Preise für ausgewählte Tafeln sowie Weihnachtsmänner gesenkt. Ab Januar 2027 plant Lindt & Sprüngli zudem breitere Preisreduzierungen.
Gleichzeitig setzt das Management auf kleinere Packungsformate und verhängte einen Einstellungsstopp. Demgegenüber präsentierten sich die Absatzmärkte in Nordamerika und Asien im bisherigen Jahresverlauf robust.
Bestätigte Margen und Analystenreaktionen
Trotz des schwächeren Erlösausblicks hält das Unternehmen an seinen Rentabilitätszielen fest. Die operative EBIT-Marge soll sich im Gesamtjahr 2026 weiterhin um 20 bis 40 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr verbessern. Für das kommende Jahr stellt die Führung wieder ein positives Mengenwachstum in Aussicht. Ab 2028 soll das organische Umsatzwachstum dann wieder zur langfristigen Zielspanne von sechs bis acht Prozent zurückkehren.
Die Analysten von Vontobel passten ihre Bewertung umgehend an die neuen Vorgaben an. Das Haus senkte das Kursziel von 12.500 auf 11.000 Schweizer Franken, hält die Einstufung mit „Buy“ jedoch aufrecht. Endgültige Klarheit über das Abschneiden im laufenden Geschäftsjahr erhalten Anleger am 19. Januar 2027 mit der Vorlage der Jahresumsatzzahlen.
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