Linke gewinnt Berlin-Wahl und plant Mietendeckel

Die Linke liegt in Berlin vorn und stellt Eingriffe bei landeseigenen Wohnungen sowie Enteignungen großer Konzerne in Aussicht.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Linke erreicht bis zu 25,8 Prozent
  • CDU und SPD verlieren Regierungsmehrheit
  • Rot-grün-rotes Bündnis wird sondiert
  • Parlament tagt erstmals am 29. Oktober

Die Berliner Abgeordnetenhauswahl bringt einen deutlichen Machtwechsel und neuen Gegenwind für die Immobilienbranche. Nach den jüngsten Hochrechnungen wird die Linke mit 24,9 bis 25,8 Prozent erstmals stärkste Kraft in der Hauptstadt. Spitzenkandidatin Elif Eralp beansprucht das Rote Rathaus für sich und kündigte bereits harte Schritte gegen große Wohnungsunternehmen an.

Wohnungsmangel und rasant steigende Mieten prägten die Debatten der vergangenen Wochen. Eralp stellte klar, einen Mietendeckel für landeseigene Bestände einzuführen und Konzerne der Branche zu enteignen. Für Eigentümer und Projektentwickler am Berliner Markt zeichnet sich damit eine erneute Phase politischer Regulierung ab.

Koalitionsoptionen ohne Schwarz-Rot

Die bisherige Koalition aus CDU und SPD hat ihre Regierungsmehrheit verloren. Die CDU um Spitzenkandidat Stefan Evers sackt auf 20 Prozent ab. Bei den Sozialdemokraten fällt das Ergebnis noch bitterer aus: Mit 11,9 bis 12,0 Prozent markiert die Partei ihr historisch schwächstes Ergebnis im Berliner Landesparlament.

Grüne Landespolitiker sprachen sich unmittelbar nach den ersten Hochrechnungen für ein rot-grün-rotes Dreierbündnis aus. Rechnerisch käme auch eine Allianz aus CDU, Grünen und SPD infrage. Ohne ein Dreierbündnis wird sich im Abgeordnetenhaus jedoch keine stabile Mehrheit organisieren lassen.

Parallel dazu konnte die AfD zulegen. Die Partei kletterte auf 13,8 bis 15,7 Prozent.

Die Grünen wiederum verzeichnen leichte Verluste und erreichen 15,0 bis 15,4 Prozent.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht bangt mit exakt 5,0 Prozent um den erstmaligen Einzug in das Abgeordnetenhaus. Die FDP verfehlt das Parlament hingegen sicher. Die Wahlbeteiligung kletterte im Vergleich zur Wiederholungswahl auf 72 Prozent.

Konstituierung Ende Oktober

Für die CDU reiht sich das Berliner Ergebnis in eine Kette empfindlicher Verluste auf Landesebene ein. Der vorzeitige Rückzug des bisherigen Regierungschefs Kai Wegner nach anhaltender Kritik an seinem Krisenmanagement hinterließ deutliche Spuren im Wählerzuspruch.

Das neu gewählte Parlament tritt am 29. Oktober zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Bis dahin beginnen zwischen den Parteien die Sondierungen über eine tragfähige Koalition, von der die wohnungspolitische Linie der Hauptstadt abhängt.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.