Starke Zahlen, trotzdem Kursverluste: Lloyds hat im dritten Quartal geliefert, doch den Anlegern fehlte das Extra. Die Aktie gab im frühen Londoner Handel zeitweise rund 6 Prozent nach, zuletzt lag das Minus bei gut 3 Prozent.
Quartal im Rahmen der Erwartungen
Der Vorsteuergewinn erreichte von Juli bis September 2,3 Milliarden Pfund und damit exakt den Analystenschnitt. Im Vorjahresquartal hatte noch eine Belastung von 875 Millionen Pfund aus dem Skandal um Autofinanzierungen den Gewinn auf 1 Milliarde Pfund gedrückt. Der Gewinn hat sich also mehr als verdoppelt, vor allem wegen dieses Basiseffekts.
Der Zinsüberschuss legte um 10 Prozent zu. Absicherungsgeschäfte und ein wachsendes Kreditvolumen glichen den Druck auf die Margen aus.
Genau dort liegt allerdings das Problem. Finanzchef William Chalmers sprach von einem „engeren und stärker umkämpften Einlagenmarkt“, in dem vor allem ausländische Banken aggressiv auftreten. Die Einlagen blieben im Quartal „weitgehend stabil“. Marktbeobachter werten die Aussage als Hinweis, dass die Phase rekordhoher Gewinne britischer Banken ihren Höhepunkt erreicht haben könnte.
Neun Monate: Gewinn steigt um 42 Prozent
Über die ersten neun Monate wuchs der Vorsteuergewinn um 41,6 Prozent auf 6,625 Milliarden Pfund. Die Rückstellungen für Entschädigungen schrumpften auf 61 Millionen Pfund, nach 912 Millionen im Vorjahreszeitraum. Auf die Aktionäre entfallen 4,432 Milliarden Pfund, das entspricht 7,6 Pence je Aktie.
Die Erträge stiegen um 13 Prozent auf gut 16 Milliarden Pfund. Der Zinsüberschuss kletterte um 10 Prozent auf 10,8 Milliarden Pfund.
Ziele bleiben, Steuer kommt
Für 2026 erwartet Lloyds weiterhin einen bereinigten Zinsüberschuss von mehr als 14,9 Milliarden Pfund. Angehobene Ziele blieben aus. Das enttäuschte, ähnlich wie zuvor bei HSBC.
Hinzu kommt die Politik: Finanzminister John Healey kündigte in seinem ersten Haushalt an, den Gewinnzuschlag für Banken von 3 auf 6 Prozent zu verdoppeln. Die Erhöhung gilt allerdings nur für 15 Monate und fällt damit kleiner und kürzer aus, als viele Institute befürchtet hatten.
Die Aktie hatte am Vortag noch 1,71 Prozent höher bei 103,90 Pence geschlossen. Heute notiert sie bei etwa 100 Pence. Ob Lloyds die Margen im Einlagengeschäft halten kann, zeigt sich im Jahresabschluss, in dem der Konzern den Zinsüberschuss gegen die Marke von 14,9 Milliarden Pfund messen lassen muss.
Stand heute, 29. Oktober: Lloyds Banking – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Lloyds Banking investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 29. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

