Schweden hat sich für den Kauf des Raketenartilleriesystems HIMARS von Lockheed Martin entschieden. Wie Reuters berichtet, umfasst die Vereinbarung rund zehn dieser hochmobilen Systeme sowie die dazugehörige Munition. Das Gesamtvolumen des Geschäfts wird auf etwa sieben Milliarden schwedische Kronen beziffert, was rund 728,8 Millionen US-Dollar entspricht. Die Auslieferungen der Hardware sollen nach aktuellem Planungsstand im Jahr 2027 beginnen.
Umfangreiche Kooperation mit schwedischer Industrie
Ein wesentlicher Bestandteil der Vereinbarung ist die industrielle Zusammenarbeit vor Ort. Das schwedische Rüstungsunternehmen Saab wird die Munition für das System in Kooperation mit Lockheed Martin direkt in Schweden fertigen.
Diese Partnerschaft unterstreicht das Bestreben des US-Konzerns, seine Marktpräsenz in Europa durch lokale Wertschöpfung zu festigen. Die strategische Entscheidung Schwedens für das HIMARS-System reiht sich in eine Serie von Modernisierungsmaßnahmen europäischer Streitkräfte ein.
Parallel dazu baut Lockheed Martin seine Kapazitäten für die US-Streitkräfte massiv aus. Das US-Verteidigungsministerium hat mit dem Konzern sowie mit General Dynamics Ordnance and Tactical Systems langfristige Vereinbarungen über eine Laufzeit von sieben Jahren geschlossen.
Ziel dieser Verträge ist es, die Stückzahlen und Liefergeschwindigkeiten für Raketenkomponenten der Systeme THAAD und PAC-3 MSE deutlich zu erhöhen, um die globale Nachfrage und die nationalen Bestände zu decken.
Pentagon treibt Raketenproduktion massiv voran
Medienberichten zufolge umfasst der Expansionskurs des Konzerns auch einen milliardenschweren Rahmenvertrag mit dem Pentagon, der darauf abzielt, die Produktion von Patriot-Abwehrsystemen zu verdreifachen. Diese langfristigen Zusagen sollen die Lieferketten stabilisieren und dem Verteidigungsministerium einen verlässlichen Zugriff auf moderne Waffensysteme ermöglichen.
Flankiert werden diese Großprojekte durch mehrere am Freitag bestätigte Einzelaufträge des US-Verteidigungsministeriums. Dazu gehören unter anderem 17,8 Millionen US-Dollar für technische Dienstleistungen am Aegis-System sowie 14,6 Millionen US-Dollar für Ersatzteile des Typs AN/BLQ-10. Weitere 9,5 Millionen US-Dollar flossen in die Unterstützung des Programms zur Integration und Erprobung von Aegis-Schiffssystemen.
Analysten mahnen wegen F-35-Kosten
Trotz der stabilen Auftragslage im Bereich der Raketentechnik mahnen Experten zur Vorsicht hinsichtlich der Kostenstrukturen in anderen Segmenten. Das Analysehaus Jefferies stufte den Wert am Mittwoch auf „Hold“ ein und setzte das Kursziel auf 595 US-Dollar fest.
Als Grund nannten die Analysten die anhaltenden Kostenrisiken im Zusammenhang mit dem F-35-Kampfjetprogramm, das weiterhin eine zentrale Säule des Konzernumsatzes darstellt, aber immer wieder durch technische und finanzielle Hürden belastet wird.
An der Börse notiert die Lockheed-Martin-Aktie am heutigen Dienstag bei 453,00 Euro. Damit verzeichnete das Papier im Vergleich zum Vortag einen leichten Zuwachs von 0,2 %. Seit Jahresbeginn konnte das Wertpapier ein Plus von 9,0 % verbuchen.
Trotz dieser positiven Jahrestendenz liegt der Kurs aktuell noch rund 5,3 % unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, was die derzeitige Konsolidierungsphase der Aktie nach den Höchstständen im Frühjahr verdeutlicht.
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