Die London Stock Exchange Group setzt bei der Analyse historischer Handelsdaten auf die Zusammenarbeit mit NVIDIA. Die gestern angekündigte Kooperation nutzt NVIDIA cuDF, um Daten aus LSEG Tick History schneller auszuwerten. Nach Unternehmensangaben verkürzte sich die Verarbeitungszeit bei einer Benchmark-Analyse von Stunden auf Sekunden.
Die Aktie gewinnt heute 4,0%. Inhaltlich stehen damit zwei unterschiedliche Entwicklungen im Blick: die technische Zusammenarbeit bei der Datenanalyse und die noch offenen Gespräche über einen möglichen Kauf von Octus. Die Kooperation mit NVIDIA ist angekündigt; eine Einigung über die Übernahme liegt dagegen nicht vor.
Schnellere Auswertung historischer Handelsdaten
Für die Analyse der Tick-History-Daten soll GPU-beschleunigtes Rechnen mit NVIDIA cuDF zum Einsatz kommen. Die gemeldete Zeitersparnis bezieht sich auf die Benchmark-Analyse. Sie ist damit ein konkretes Leistungsbeispiel für die Zusammenarbeit und keine pauschale Aussage über sämtliche Auswertungen.
Parallel erweitert LSEG bestehende Datenbeziehungen. Am 9. Oktober vereinbarte das Unternehmen mit CMC Markets eine mehrjährige strategische Datenpartnerschaft. Diese erweitert den Zugang von CMC zu Finanzdaten, Nachrichten und Analysen von LSEG.
Beide Vereinbarungen setzen an unterschiedlichen Punkten an: NVIDIA soll die Auswertung beschleunigen, während CMC Markets einen breiteren Zugang zu den Inhalten erhält. Für Anleger ergibt sich daraus ein Blick auf die Weiterentwicklung des Datenangebots jenseits der Übernahmegespräche.
Octus bleibt ein offenes Vorhaben
Am Dienstag bestätigte LSEG Gespräche mit Permira über den Erwerb von Octus für ungefähr 3,5 Milliarden $. Eine endgültige Vereinbarung wurde nicht erreicht. Das Unternehmen stellte ausdrücklich klar, dass eine Transaktion nicht garantiert ist.
Reuters Breakingviews berichtete gestern über einen Kursrückgang nach Bekanntwerden des möglichen Kaufs. Zugleich vertrat der Kommentar die Einschätzung, ein Ausbau bei Daten für private Märkte könne Sorgen der Anleger über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz entgegenwirken.
Die beiden Nachrichten berühren damit denselben größeren Themenkomplex aus verschiedenen Richtungen: leistungsfähigere Datenanalyse einerseits und eine mögliche Erweiterung des Datenangebots durch einen Zukauf andererseits.
Weitere Kooperation und nächster Berichtstermin
Am Dienstag unterzeichneten London Stock Exchange plc und NSE IFSC Limited außerdem eine Absichtserklärung. Sie wollen grenzüberschreitendes Wachstum, Doppel- und Cross-Listings sowie Möglichkeiten im Handel und bei der Produktentwicklung prüfen. Die Erklärung beschreibt eine Prüfung möglicher Zusammenarbeit, keine bereits umgesetzten Vorhaben.
Der nächste feststehende Berichtstermin ist der 22. Oktober 2026. Für diesen Tag hat LSEG die Internetübertragung der Ergebnisse zum dritten Quartal 2026 um 10:00 Uhr britischer Zeit angesetzt. Bei Octus bleibt dagegen entscheidend, ob aus den bestätigten Gesprächen eine verbindliche Vereinbarung entsteht.
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