Der Kosmetikgigant L’Oréal hat heute nach Börsenschluss Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorgelegt – und enttäuschte die Erwartungen leicht. Der Umsatz kletterte auf vergleichbarer Basis um 6,0 Prozent auf 11,25 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 6,5 Prozent Wachstum gerechnet. Die Reaktion an der Börse fiel deutlich aus: Die in New York gehandelten Hinterlegungsscheine brachen um sieben Prozent ein.
Verantwortlich für die Enttäuschung sind vor allem zwei Problemzonen: Das Luxusgeschäft schwächelte spürbar, und China bleibt ein hartes Pflaster. In Nordasia – das neben dem chinesischen Festland auch Hongkong, Taiwan und Südkorea umfasst – wuchsen die Erlöse im vierten Quartal nur um mickrige 0,6 Prozent. Erwartet worden waren 5,6 Prozent. Das Travel-Retail-Geschäft bezeichnete L’Oréal als „herausfordernd“, während sich der Markt auf dem chinesischen Festland nur „schrittweise stabilisiere“. Chinesische Verbraucher greifen zunehmend zu günstigeren lokalen Marken.
Nordamerika rettet die Bilanz
Dass die Gesamtzahlen nicht noch schwächer ausfielen, verdankt L’Oréal dem starken Geschäft in Nordamerika und Europa. In den USA stiegen die Umsätze um beachtliche 8,6 Prozent – deutlich über den Markterwartungen. Treiber waren neue Produkteinführungen wie das L’Oréal Paris Plump Ambition Lippenöl. Auch bei Haarpflegeprodukten und Gesichtscremes konnte der Konzern nach Daten von NielsenIQ Marktanteile gewinnen.
L’Oréal hatte 2025 ein „Beauty-Stimulus“-Programm gestartet, um neue Produkte schneller auf den Markt zu bringen. Diese Strategie scheint in den entwickelten Märkten zu fruchten. Während des Black Friday verzeichnete das Unternehmen starke Verkaufszahlen – ein Zeichen dafür, dass amerikanische Konsumenten wieder mehr für Kosmetik ausgeben.
Operative Marge hält sich stabil
Für das Gesamtjahr 2025 legte L’Oréal ein operatives Ergebnis von 8,9 Milliarden Euro vor – ein Plus von 2,4 Prozent. Die operative Marge verbesserte sich leicht von 20,0 auf 20,2 Prozent. Der Nettogewinn fiel hingegen um 4,4 Prozent auf 6,13 Milliarden Euro. Die Dividende soll bei 7,20 Euro je Aktie liegen.
Im Vergleich zu Wettbewerbern wie Unilever (plus zehn Prozent seit Jahresbeginn) und Beiersdorf (plus zwölf Prozent) hat die L’Oréal-Aktie mit einem Plus von sieben Prozent 2026 bislang schlechter abgeschnitten. Der heutige Kursrutsch dürfte diesen Rückstand weiter vergrößern.
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