Lotus Resources braucht Zeit. Der australische Uran-Entwickler hat die Verlängerung der Handelsaussetzung beantragt. Komplexe Finanzierungsgespräche und technische Pannen am Kayelekera-Projekt in Malawi zwingen das Management zum Innehalten.
Kapitalsuche und Mercuria-Deal
Mercuria Energy Trading soll als strategischer Partner einspringen. Ein unverbindliches Term Sheet sieht eine Vorauszahlung von 30 Millionen US-Dollar vor. Im Gegenzug erhält Mercuria ein exklusives Vermarktungsrecht für das geförderte Uran. Die Vorauszahlung dient als finanzielle Brücke, um die verzögerte Hochlaufphase zu überstehen.
Die Liquidität ist dringend nötig. Lotus verhandelt parallel über weiteres Eigenkapital, um die Bilanz zu stärken. Aktuell liegen noch rund 26 Millionen US-Dollar in der Kasse. Das Management will die Finanzierung absichern, bevor der Handel an der Börse wieder aufgenommen wird.
Defekte und Lieferketten-Frust
In Malawi steht die Produktion derweil still. Ein Defekt am Schwefelofen stoppt die Inbetriebnahme der gesamten Säureanlage. Mehrere feuerfeste Ziegel im Ofen sind während der Testphase gebrochen. Ohne die Anlage fehlt die nötige Säure für die Uran-Verarbeitung.
Die notwendigen Instandsetzungen am Ofen verzögern den Betriebsstart. Erschwerend kommen Probleme bei der Beschaffung von Schwefelsäure hinzu. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten verteuern den Nachschub massiv. Diese Instabilität zwingt das Unternehmen dazu, den gesamten Zeitplan für die Produktion zu revidieren.
Lieferpflichten unter Druck
Die Verzögerungen gefährden die Verträge für 2026. Rund eine Million Pfund Uran könnten nicht rechtzeitig geliefert werden. Bei einem Spotpreis von 85 US-Dollar drohen Entschädigungen. Das finanzielle Risiko liegt bei etwa zehn Millionen US-Dollar.
Lotus versucht nun, die Lieferungen auf 2027 zu verschieben. Ein technischer Erfolg gelang immerhin: Der französische Konverter Orano hat das Uran bereits offiziell zertifiziert. Diese Qualifizierung gilt als zwingende Voraussetzung für den internationalen Export.
Parallel dazu arbeitet das Team am Letlhakane-Projekt in Botswana weiter. Dort steht eine neue Ressourcenschätzung für die zweite Jahreshälfte 2026 an. Die volle Produktion am Hauptstandort in Malawi verschiebt sich indes auf Ende 2026. Die Aktie bleibt voraussichtlich bis Juli 2026 vom Handel ausgeschlossen. Dann will das Unternehmen die endgültige Finanzierung präsentieren.
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