Die australische Uranium-Mine Kayelekera in Malawi steht still. Schuld sind kritische Lieferengpässe bei Schwefelsäure, die durch den andauernden Nahost-Konflikt weiter verschärft wurden. Hinzu kommen notwendige Reparaturen am Brennofen der Anlage. Die Aktie bleibt bis zum 16. Juli 2026 vom Handel an der ASX ausgesetzt.

73.600 Pfund im Mai

Trotz der Unterbrechung förderte Lotus im Mai noch 73.600 Pfund U3O8 – eine Steigerung gegenüber den 47.300 Pfund im Vormonat. Das Unternehmen plant jetzt eine umfassende Neuauskleidung des Brennofens, die noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll. Die Rückkehr zu stabilen Produktionsraten peilt das Management für die zweite Jahreshälfte an. Erste Exporte über den Hafen Walvis Bay sollen im September 2026 wieder anlaufen.

Millionenschwere Lieferverpflichtungen

Ein erheblicher Druck liegt auf den Verkaufsverpflichtungen: Ursprünglich waren 1,01 Millionen Pfund Uran für die zweite Jahreshälfte 2026 zur Lieferung vorgesehen. Derzeit verhandelt Lotus mit den Abnehmern über eine Anpassung der Verträge. Sollten Vertragsverletzungen eintreten, ist die maximale Haftung auf zehn Millionen US-Dollar begrenzt – gerechnet bei einem Spotpreis von 85 Dollar pro Pfund.

Das Unternehmen verfügt über Barmittel von rund 26 Millionen US-Dollar. Zusätzlich sicherte sich Lotus eine Kreditfazilität über 30 Millionen Dollar von Mercuria Energy Trading.

Warten auf den Handelsstart

Vor der Aussetzung notierte die Aktie bei 0,47 US-Dollar. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Lotus die Versorgung mit Schwefelsäure stabilisieren und den Brennofen rechtzeitig reparieren kann. Gelingt das nicht, könnten die Lieferverpflichtungen zum finanziellen Risiko werden. Die Rückkehr an die Börse am 16. Juli dürfte dann für Klarheit sorgen.