LPKF Laser steht vor einer entscheidenden Woche. Der Technologiekonzern rückt in den SDAX auf. Das zwingt Indexfonds zum Kauf und stützt den Kurs. Im Hintergrund tickt allerdings eine viel wichtigere Uhr für das Management.

SDAX-Aufstieg bringt Liquidität

Die Deutsche Börse nimmt das Unternehmen in der kommenden Woche in den SDAX auf. Dieser Schritt bringt frische Liquidität. Institutionelle Investoren müssen ihre Portfolios entsprechend anpassen. Das federt die hohe Volatilität der vergangenen Monate ab.

Dabei mahnt die operative Realität zur Vorsicht. Zum Jahresstart brach der Umsatz auf 17,1 Millionen Euro ein. Das schwache Solargeschäft drückte das operative Ergebnis auf minus 6,9 Millionen Euro. Als Reaktion hat der Vorstand ein hartes Sparprogramm gestartet. Die aktuelle Marktkapitalisierung stützt sich fast ausschließlich auf die Hoffnung auf künftige Großaufträge.

Warten auf den Halbleiter-Durchbruch

Hier rückt die LIDE-Technologie in den Fokus. Das Verfahren zur Glasbearbeitung gilt als Schlüssel für die nächste Halbleiter-Generation. Das Management hat für das zweite Quartal erste große Produktionsaufträge versprochen. Da der Juni bald endet, warten Investoren täglich auf Vollzugsmeldungen. Der Beweis für den Sprung in die industrielle Serienproduktion fehlt bislang.

Parallel dazu treiben Spekulationen den Kurs. Am Markt kursieren unbestätigte Berichte über mögliche Zuliefererrollen in der Luft- und Raumfahrt. Sogar der Name SpaceX fällt. Die Folge: Die Aktie überwand zuletzt wichtige technische Widerstände.

Offizielle Bestätigungen für diese Raumfahrt-Fantasien gibt es nicht. Am 30. Juni schließt das aktuelle Quartal. Bis dahin muss das Management die angekündigten Halbleiter-Aufträge vorlegen. Nur konkrete Abschlüsse können das aktuelle Bewertungsniveau fundamental untermauern.