Ludwig Beck verabschiedet sich von der Börse. Das Münchner Traditionshaus hat eine Delisting-Vereinbarung mit seinem Mehrheitsaktionär unterzeichnet. Für die Aktionäre endet damit die Ära am regulierten Markt.

Die Bayerische Gewerbebau AG hat ihre Machtposition massiv ausgebaut. Der Investor kontrolliert nun insgesamt rund 80,17 Prozent der Stimmrechte. In der Folge wird die Gesellschaft ein verpflichtendes Übernahmeangebot an die verbleibenden Aktionäre vorlegen.

Dieses Angebot dient gleichzeitig als Basis für den Rückzug vom Parkett. Das Unternehmen wird nach der Veröffentlichung den Widerruf der Zulassung im Prime Standard beantragen. Ein Handel an der Frankfurter und Münchener Börse findet danach nicht mehr statt. Die Folge: ein drohender Liquiditätsengpass für Kleinanleger.

Die Aktie reagierte mit einem Kurssturz von 10,07 Prozent auf 25,00 Euro. Das Papier notiert damit deutlich unter dem Juni-Hoch von 34,00 Euro. Trotz der aktuellen Verluste steht auf Sicht von 30 Tagen noch immer ein Plus von rund 44 Prozent zu Buche.

Operativ kämpft das Modehaus mit Gegenwind. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz leicht auf 17,9 Millionen Euro. Das Management macht das Wetter und Streiks im Nahverkehr für die Zurückhaltung der Kunden verantwortlich.

Das Ziel für das Gesamtjahr bleibt bestehen. Ludwig Beck strebt einen Konzernumsatz zwischen 88 Millionen und 93 Millionen Euro an. Das kommende Abfindungsangebot setzt nun den preislichen Rahmen für den Ausstieg der verbleibenden Anleger.